Der Diebstahl von Nutzfahrzeugen entwickelt sich laut Telematikanbieter Geotab zunehmend zu einem professionell organisierten Geschäft. Moderne Tätergruppen seien technisch versiert und auf gängige Sicherheitsmaßnahmen vorbereitet. Viele Fuhrparkverantwortliche würden dennoch weiterhin auf Schutzkonzepte setzen, die den heutigen Bedrohungslagen nicht mehr ausreichend gerecht werden.
Aus Sicht von Geotab halten sich dabei mehrere Fehlannahmen hartnäckig.
Ein Tracker allein reicht nicht aus
Eine der verbreitetsten Annahmen ist, dass ein eingebautes Ortungssystem automatisch für ausreichenden Schutz sorgt. Nach Einschätzung von Geotab kalkulieren professionelle Diebe den Einsatz von Trackern inzwischen gezielt ein und setzen häufig Störsender oder andere Methoden ein, um die Ortung zu unterbrechen.
Fällt die einzige Ortungseinheit aus, kann ein gestohlenes Fahrzeug oftmals nicht mehr lokalisiert werden. Experten empfehlen deshalb Sicherheitslösungen mit mehreren, voneinander unabhängigen Systemen.
Werkseitige Telematik hat Grenzen
Auch die serienmäßig verbaute Fahrzeugtelematik wird häufig überschätzt. Diese Systeme wurden in erster Linie für Fahrzeugbetrieb und Flottenmanagement entwickelt und nicht speziell für die Abwehr von Fahrzeugdiebstählen.
Hinzu kommt, dass bestimmte Datenschutzfunktionen die Datenübertragung einschränken können. Aus Sicht von Geotab erhöht eine zusätzliche, unabhängig installierte Ortungseinheit deshalb die Widerstandsfähigkeit gegen Manipulationsversuche.
Früherkennung statt reiner Reaktion
Viele Unternehmen betrachten Fahrzeugortung noch immer vor allem als Instrument für die Zeit nach einem Diebstahl. Moderne Telematiksysteme können jedoch bereits vorher Hinweise auf ungewöhnliche Aktivitäten liefern.
Dazu zählen beispielsweise Bewegungen außerhalb definierter Zeitfenster, Geofencing-Verletzungen oder unerwartete Grenzübertritte. Mithilfe datenbasierter Analysen lassen sich Auffälligkeiten teilweise erkennen, bevor ein Fahrzeug offiziell als gestohlen gemeldet wird.