Neun Projekte zur Verkehrssicherheit von Kindern und Jugendlichen sind mit dem Präventionspreis „Der Rote Ritter 2026“ ausgezeichnet worden. Der Verein Aktion Kinder-Unfallhilfe würdigte am 23. Oktober in Hamburg Konzepte aus ganz Deutschland, die Kinder auf Gefahren im Straßenverkehr vorbereiten und eine sichere, selbstständige Mobilität fördern sollen.
Die Ansätze reichen von klassischen Fahrrad- und Schulwegtrainings über E-Scooter-Kurse bis zum Einsatz von Virtual Reality. Hinzu kommt ein Medienpreis für ein Verkehrshörspiel der Polizei Hamburg.
Verkehrserziehung reagiert auf neue Mobilitätsformen
Die prämierten Projekte greifen unterschiedliche Herausforderungen im Straßenverkehr auf. Neben Fahrrad und Roller spielen dabei zunehmend E-Scooter sowie digitale Lernangebote eine Rolle. Gleichzeitig beschäftigen sich mehrere Initiativen mit sicheren Schulwegen und dem Verhalten gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern.
Ein Beispiel ist das Münchner Projekt „VR4Kids Verkehrssicherheit“. Mithilfe von VR-Brillen erleben Kinder unterschiedliche Verkehrssituationen aus wechselnden Perspektiven. Unter anderem können sie virtuell in die Position eines Lkw-Fahrers wechseln und dadurch nachvollziehen, welche Bereiche vom Fahrerplatz aus schwer einzusehen sind.
Fahrrad- und E-Scooter-Training ausgezeichnet
Zu den Preisträgern zählt außerdem das Projekt „Ausreichend sattelfest?“ aus Seevetal. Dort werden Kinder mit Fahrradparcours und weiteren praktischen Übungen im Umgang mit Fahrrad und Roller geschult.
In Mönchengladbach richtet sich das Projekt „Voll im Flow“ an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 21 Jahren. Das kostenlose Fahrsicherheitstraining thematisiert Regeln für E-Scooter, typische Gefahrensituationen, Helme und Sichtbarkeit.
Weitere ausgezeichnete Angebote beschäftigen sich unter anderem mit Schülerlotsen, sicheren Straßenquerungen und praxisnahen Mobilitätswochen an Schulen.
Sicherer Schulweg bleibt Schwerpunkt
Mehrere Projekte setzen bereits vor beziehungsweise zum Beginn der Schulzeit an. Die Landesverkehrswacht Berlin bereitet mit „Sicher in die Schule“ seit 2010 Vorschulkinder auf ihren künftigen Schulweg vor. Nach Angaben der Veranstalter haben bereits mehr als 8.000 Kinder daran teilgenommen.
In Oberstenfeld in Baden-Württemberg weisen gelbe Fußabdrücke auf geeignete Stellen zum Überqueren von Straßen hin. Ergänzt werden die Markierungen durch einen Schulwegplan.
In Dortmund wiederum vermittelt das Bilderbuch „Plappermaul sicher im Straßenverkehr“ Kindern und Eltern Themen wie Sichtbarkeit, Rücksichtnahme und sicheres Verhalten auf dem Schulweg.
Verkehrshörspiel erhält Medienpreis
Der gemeinsam mit TEILEn vergebene Medienpreis geht 2026 an ein Projekt der Polizei Hamburg. Das 26-minütige Hörspiel „Im Takt der Stadt – Abenteuer Schulweg“ soll Vorschul- und Grundschulkinder auf die selbstständige Teilnahme am Straßenverkehr vorbereiten.
Thematisiert werden unter anderem der Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad, Elterntaxis, die Handynutzung und das sichere Überqueren von Straßen.
Präventionspreis ist mit mindestens 20.000 Euro dotiert
Die Aktion Kinder-Unfallhilfe engagiert sich seit 1998 für Kinder und Jugendliche, die bei Verkehrsunfällen verletzt wurden, sowie für die Unfallprävention. Alle zwei Jahre zeichnet der Verein Verkehrssicherheitsprojekte mit dem „Roten Ritter“ aus. Der Präventionspreis ist mit mindestens 20.000 Euro dotiert.
Mit der diesjährigen Auswahl rücken insbesondere Konzepte in den Fokus, die praktische Verkehrserfahrung mit neuen Lernmethoden verbinden. Gerade angesichts neuer Mobilitätsformen zeigt sich, dass Verkehrserziehung zunehmend über klassische Fahrrad- und Schulwegtrainings hinausgeht.