Das hochautomatisierte Fahren im Nutzfahrzeugbereich rückt näher an den Praxiseinsatz heran. Knorr-Bremse plant, ab 2027 ein redundantes Bremssystem für hochautomatisierte Nutzfahrzeuge in Serie zu bringen. Die Technologie soll eine zentrale Voraussetzung für Fahrzeuge der Automatisierungsstufe SAE Level 4 schaffen, bei denen bestimmte Fahraufgaben ohne Eingriff des Fahrers übernommen werden können.
Der Zulieferer arbeitet dabei gemeinsam mit Fahrzeugherstellern an entsprechenden Fahrzeugarchitekturen.
Redundanz wird zur Schlüsseltechnologie
Mit zunehmender Automatisierung verlagern sich sicherheitsrelevante Aufgaben vom Fahrer auf das Fahrzeug. Entsprechend gewinnen ausfallsichere Systeme für Bremsen und Lenkung an Bedeutung.
Knorr-Bremse setzt dabei auf redundante Komponenten und Steuerungssysteme, die im Falle eines Fehlers weiterhin eine sichere Fahrzeugführung ermöglichen sollen. Ziel ist es, Fahrfunktionen auch bei einzelnen Ausfällen kontrolliert aufrechtzuerhalten.
Neue Bremsarchitektur für hochautomatisierte Fahrzeuge
Grundlage des neuen Systems ist die Bremssteuerungsplattform Global Scalable Brake Control (GSBC). Aufbauend darauf entwickelte Knorr-Bremse eine redundante Variante, die über einen zweiten unabhängigen Funktionspfad verfügt.
Im Störungsfall soll das System weiterhin:
- Fahrzeugverzögerung ermöglichen,
- ABS-Funktionen aufrechterhalten,
- Fahrstabilität sichern,
- und definierte Sicherheitsstrategien unterstützen.
Dadurch könnten hochautomatisierte Nutzfahrzeuge auch in kritischen Situationen kontrolliert reagieren.
Lenkung ebenfalls mehrfach abgesichert
Neben Bremssystemen entwickelt das Unternehmen auch redundante Lenksysteme für automatisierte Nutzfahrzeuge.
Zum Portfolio gehören:
- elektrische Lenksysteme,
- redundante elektrische Lenkungen,
- sowie elektrohydraulische Lösungen.
Durch mehrere unabhängige Sicherheitsebenen soll die Kontrolle über das Fahrzeug selbst bei kritischen Systemfehlern erhalten bleiben.