LKA warnt vor neuer Betrugsmasche im Güterverkehr

11.05.2026 08:56 Uhr | Lesezeit: 3 min
Die Zahl der Fake‑Transportunternehmer steigt deutlich
Die Zahl der Fake‑Transportunternehmer steigt deutlich (Symbolbild)
© Foto: AnastasiiaAkh/ AdobeStock (KI-generiert)

Phantomfrachtführer verursachen wachsende Schäden in der Transportbranche. Allein im ersten Halbjahr 2025 summierten sich die Verluste bundesweit auf 17,5 Millionen Euro.

Fake‑Speditionen verursachen Millionenschäden in der Transportbranche

Unternehmen in Hessen berichten von einer zunehmenden Zahl sogenannter Phantomfrachtführer, die im Transportwesen hohe Schäden verursachen. Dabei geben sich Täter als seriöse Transportunternehmer aus, übernehmen Frachtaufträge – und verschwinden anschließend mitsamt Lkw und Ladung. Das Landeskriminalamt Hessen (LKA) beobachtet diese Betrugsform nach eigenen Angaben inzwischen gezielt.

Nach Einschätzung der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) nimmt diese Form der Kriminalität deutlich zu. Die Täter treten unter falscher Identität auf, nutzen gefälschte Unternehmensprofile und erschleichen sich so Transportaufträge in gutem Glauben.

Schadenssumme zuletzt stark gestiegen

Die wirtschaftlichen Schäden sind erheblich. Unter Berufung auf Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beziffert die VhU den bundesweiten Schaden durch Fake‑Speditionen im ersten Halbjahr 2025 auf rund 17,5 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2023 lag der Schaden bei etwa fünf Millionen Euro.

Damit hat sich die Schadenssumme innerhalb kurzer Zeit mehr als verdreifacht.

Bequemer als klassischer Diebstahl

Bekannter sind in der Branche bislang die sogenannten Planenschlitzer, die Ladung von auf Rastanlagen abgestellten Lkw stehlen. Phantomfrachtführer agieren jedoch deutlich komfortabler. Sie übernehmen bereits voll beladene Sattelzüge, oftmals mit hochwertiger Ware.

Nach Angaben des LKA handelt es sich häufig um organisierte Tätergruppen, die Transportaufträge gezielt über Online‑Plattformen akquirieren – teils über besonders günstige Angebote. Um eine Nachverfolgung zu erschweren, werden nach der Übernahme Kennzeichen ausgetauscht oder manipuliert.

Ermittler sprechen von systematischem Betrug

Aus Sicht der Ermittlungsbehörden handelt es sich nicht um klassischen Diebstahl, sondern um professionell organisierten Betrug. Die Täter operieren mit fingierten Firmendaten, Telefonnummern und Ansprechpartnern, um Vertrauen aufzubauen.

Dabei gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen, die Ermittler zunehmend auswerten und analysieren.


Polizei gibt Handlungsempfehlungen

Um sich zu schützen, rät die Polizeiliche Kriminalprävention von Bund und Ländern Unternehmen dringend zu erhöhter Vorsicht. Empfohlen werden unter anderem:

  • Technische Sicherungssysteme für Lkw
  • Skepsis gegenüber Dumpingangeboten
  • Sorgfältige Prüfung neuer Subunternehmer, insbesondere bei kostenlosen E‑Mail‑Adressen oder reiner Handyerreichbarkeit

Auch Fahrer können zur Prävention beitragen. Sie sollten während Pausen keine Informationen über Strecke, Ziel oder Ladung preisgeben, Fahrzeuge nicht unbeaufsichtigt abstellen und nach längeren Stopps Lkw und Ladung kontrollieren.

Zusätzlich empfiehlt die Polizei, keine Anhalter mitzunehmen und mit der Spedition regelmäßige Kontrollmeldungen zu vereinbaren.




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