Lkw-Fahrer aus Drittstaaten sollen leichter Visa erhalten

Weil sich der Lkw-Fahrer-Mangel in Deutschland immer mehr verschärft, macht sich der BGL für geringe Arbeitsmarkthürden für Bewerber aus Nicht-EU-Staaten stark
© Foto: wellphoto/Adobe-Stock

Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung führt derzeit Gespräche mit verschiedenen Ministerien, um Lkw-Fahrern aus Nicht-EU-Ländern den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern.


Datum:
16.05.2019
Autor:
André Gieße

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Weil Fernfahrer immer mehr zur Mangelware auf dem Arbeitsmarkt werden, will der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) aktuell Lkw-Fahrern aus Nicht-EU-Ländern den Weg in den deutschen Arbeitsmarkt erleichtern. „Grundsätzlich begrüßen wir angesichts der sehr angespannten Personallage, dass unsere Mitglieder auch Fahrer aus Drittstaaten anwerben können. Wenn aber ein interessierter Fahrer aus einem Balkanland ein Jahr braucht, bevor er überhaupt einen Antrag auf ein Visum stellen kann, bringt uns das nicht weiter“, sagte BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhardt der „Verkehrsrundschau“.

Hintergrund sind die Komplexität des Visumsverfahrens und der große Andrang bei den personell oft schlecht ausgestatteten Vertretungen im Ausland. Hinzu kommt die Sprachhürde: Die Prüfung zur Grundqualifikation kann bislang nur auf Deutsch abgelegt werden, was sich nach Ansicht verschiedener Branchenverbände ändern muss. Engelhardt traf sich in den vergangenen Tagen mit Vertretern von Bundesverkehrsministerium und Bundesarbeitsministerium. Der BGL-Chef berichtete der „Verkehrsrundschau“ von „intensiven Gesprächen, mit der Zielsetzung, den Fahrermangel auch von dieser Richtung her anzugehen".

Der BGL schätzt den Fahrmangel in Deutschland auf 60.000 Berufskraftfahrer. Wegen der zahlreichen Renteneintritte bei geringen Nachwuchszahlen wachse das Minus jedes Jahr um weitere 15.000 Fahrer. Der Verband warnt deshalb Politik und Öffentlichkeit vor einem drohenden Versorgungskollaps. „Dieser Beruf ist essentiell und wird es auch in Zukunft sein“, sagte Engelhardt. (sh)

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