Neue XXL-Fertigteile: Autobahnbrücke entsteht in Rekordtempo

30.03.2026 11:02 Uhr | Lesezeit: 1 min
Erster Teil der Montage der neuen, 120 Meter langen Autobahnbrücke der A516, über die Teutoburger Straße in Oberhausen-Sterkrade, 2 Großkräne heben die 24, bis zu 121 Tonnen schweren und bis zu 40 Metern langen Brückenteile ein, die dann mit einem weltweit einzigartigem Verfahren durch Spannglieder verbunden werden
Zwei Spezialkräne haben die Fertigbauteile der neuen 120 Meter langen Autobahnbrücke von einem Schwerlasttransporter gehoben. Bei der Brücke wurden erstmals bis zu 40 Meter lange Brückenteile verwendet 
© Foto: picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack

Erstmals in Deutschland sind 40 Meter lange Fertigteile für eine Autobahnbrücke per Schwertransport transportiert und verbaut worden. Warum sich das Verfahren auszahlt.

Rund 40 Meter lang und 121 Tonnen schwer: An der A516 in Oberhausen sind die größten je an einer Autobahnbrücke verwendeten Fertigteile montiert worden.

Bislang seien beim Brückenbau in Deutschland nur Einzelteile bis zu einer Länge von 35 Metern zugelassen gewesen, teilte die Autobahn Gesellschaft des Bundes mit. Die Brücke der A516 sei die erste bundesweit, bei der die neuen XXL-Teile zum Einsatz kommen. Das Verfahren soll den Bau neuer Brücken deutlich schneller machen.

Schwertransport der größten Elemente direkt vom Betonwerk

Schon seit Anfang der Woche wurden an der A516-Brücke in Oberhausen große Fertigteile zusammengesetzt. Doch die größten, 40 Meter langen Elemente kamen ganz am Schluss.

Mit Schwertransportern wurden sie aus einem Betonwerk an die Baustelle gebracht. Dabei sorgte ein Unfall auf der A2 noch für Verzögerungen. Schließlich haben zwei Spezialkräne die Fertigteile in die Höhe gehoben, wo sie dann mit der restlichen Brücke verbunden wurden.

Verkürzte Bauzeit der Brücke: Sieben Monate statt zwei Jahre

Durch das neue Verfahren mit großen Fertigteilen sei es möglich, die Bauzeit von Brücken deutlich zu verkürzen, betonte die Autobahn-Gesellschaft. Die Brückenteile werden dabei mit Spanngliedern verbunden. Nach nur sieben Monaten pro Richtung soll die 120 Meter lange Brücke fertig sein - mit herkömmlichen Methoden hätte es pro Richtung rund zwei Jahre gedauert.

Weniger Fugen, längere Lebensdauer der Brücken

Außerdem sollen Brücken aus weniger Einzelteilen länger halten. Schließlich gebe es weniger Fugen, an denen Wasser in die Bausubstanz eindringen könne, erläuterte eine Sprecherin.

„Das Verfahren zahlt sich vor allem in dicht besiedelten Räumen wie dem Ruhrgebiet aus – denn eine verkürzte Bauzeit bedeutet weniger Staus, geringere CO2-Emissionen und geringere volkswirtschaftliche Belastungen durch Ausfallzeiten“, teilte die Autobahn GmbH mit.

Erster Test: Treppen aus dem 3D-Drucker

Neben den riesigen Fertigteilen kommt an der Brücke eine weitere moderne Technologie zum Einsatz: An den Böschungen werden Treppen verbaut, die aus einem 3D-Drucker stammen. Die Autobahn-Gesellschaft will so Erfahrungen mit der neuen Technologie für künftige Bauprojekte sammeln.

Die A516 ist eine der kürzesten Autobahnen in Nordrhein-Westfalen: Auf gerade mal fünf Kilometern verbindet sie das Autobahnkreuz Oberhausen mit der Oberhausener Innenstadt. Die Brücke aus dem Baujahr 1970 war stark beschädigt, der Verkehr rollt auf der noch vorhanden West-Brücke weiter. Nach der der Fertigstellung dieser Brücke wird der West-Teil ebenso erst abgerissen und dann neugebaut, der Verkehr rollt dann einspurig auf der neuen Brücke.

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#Brücken


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