Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer testet in einem Pilotversuch Warnschilder gegen Geisterfahrten. Der CSU-Politiker enthüllte am Samstag an der Autobahnausfahrt Traunstein-Siegsdorf (A8) die ersten Schilder. Sie zeigen ähnlich den Lawinenwarnschildern eine ausgestreckte, schwarze Handfläche mit den Hinweisen „Stopp" und „Falsch".
Die Warntafeln sollen auf der A8 zwischen Übersee am Chiemsee und dem Grenzübergang Walserberg an acht Ausfahrten getestet werden. In der kommenden Woche wird ein zweiter Testabschnitt auf der A3 zwischen Deggendorf und dem Grenzübergang Suben folgen. Das Verkehrsministerium schätzt die Zahl der Geisterfahrten auf etwa 1700 im Jahr. Der Modellversuch folgt dem österreichischen Vorbild, wo es solche Schilder bereits seit langem gibt.
„Wir haben uns bewusst an den Warnschildern Österreichs orientiert und verwenden absichtlich die gleiche, bewährte Aufmachung", sagte Ramsauer. Auch die Teststrecken an den Grenzen zu Österreich wurden absichtlich gewählt. Beide Testabschnitte werden wissenschaftlich begleitet, Ende 2012 wird es einen ersten Zwischenbericht geben. „Dann erst werden wir über eine mögliche, flächendeckende Einführung entscheiden", sagte Ramsauer. (dpa)
Pilotprojekt: Warnschilder gegen Geisterfahrer
06.12.2010 12:20 Uhr
Mehrere nach österreichischem Vorbild gestaltete Schilder wurden versuchsweise an der A8 aufgestellt.