Tankrabatt wirkt bei Diesel stärker als bei Benzin

11.05.2026 13:04 Uhr | Lesezeit: 3 min
Weißer Rauch kommt aus dem Auspuff eines Diesel-Autos
Diesel fällt erstmals seit März wieder unter zwei Euro
© Foto: Silas Stein/dpa/picture alliance

Der Dieselpreis ist erstmals seit Anfang März wieder unter zwei Euro gefallen. Auch Super E10 wurde günstiger, der ADAC sieht die Entlastung jedoch weiterhin kritisch.

Diesel fällt erstmals seit März wieder unter 2‑Euro‑Marke

Der Dieselpreis ist erstmals seit Anfang März im bundesweiten Durchschnitt wieder unter die Marke von zwei Euro pro Liter gefallen. Nach Angaben des ADAC lag der Tagesdurchschnitt am Freitag bei 1,999 Euro, am Samstag und Sonntag sank der Preis weiter auf 1,985 bzw. 1,984 Euro pro Liter.

Zuletzt war Diesel am 3. März günstiger als aktuell. Auf dem Höhepunkt der Preisentwicklung rund um Ostern hatte der Liter am 7. April noch 2,447 Euro gekostet.

E10 ebenfalls günstiger – Preisabstand schrumpft

Auch Super E10 verbilligte sich am Wochenende leicht und kostete im bundesweiten Durchschnitt 1,968 Euro pro Liter. Damit nähern sich die Preise von Diesel und E10 weiter an. In normalen Marktphasen liegt Diesel wegen der niedrigeren Besteuerung unter dem Benzinpreis.

In Krisenzeiten zeigt sich jedoch, dass Diesel deutlich anfälliger für Preisschwankungen ist. Ein Grund ist der höhere Importanteil, der bereits kurz nach Ausbruch des Iran‑Kriegs zu einem stärkeren Preisanstieg bei Diesel geführt hatte – ähnlich wie 2022 nach Beginn des Ukraine‑Kriegs.

Tankrabatt wirkt bei Diesel stärker

Zum jüngsten Preisrückgang beigetragen hat auch der seit Anfang Mai geltende Tankrabatt von 16,7 Cent pro Liter. Verglichen mit dem 30. April, dem letzten Tag vor Einführung der Steuerentlastung, ist Diesel aktuell 23,1 Cent günstiger.

Damit hat sich Diesel deutlich stärker verbilligt als E10, das im Vergleich zum Vor‑Tankrabatt‑Niveau lediglich um 15,8 Cent nachgegeben hat.

ADAC sieht Preise weiter kritisch

Der ADAC verweist darauf, dass der Ölpreis in den vergangenen Tagen spürbar gesunken sei. Entsprechend seien die nachgebenden Spritpreise zwar folgerichtig, aus Verbrauchersicht jedoch nicht ausreichend. Super E10 bleibe weiterhin zu teuer, wenn auch mit leicht fallender Tendenz.

Der Dieselpreis sei schwieriger zu bewerten, da zahlreiche Sondereffekte eine Rolle spielten. Der jüngste Rückgang zeige jedoch, wie stark die Preise zuvor angezogen hätten.

Regional teils deutlich unter zwei Euro

Ob Diesel dauerhaft unter der 2‑Euro‑Marke bleibt, ist offen. Die Ölpreise haben zuletzt wieder leicht angezogen. Dennoch war am Montagvormittag in Städten wie Berlin, Hamburg und München Diesel an vielen Tankstellen deutlich unter zwei Euro erhältlich – vereinzelt sogar unter 1,90 Euro.

Grundsätzlich schwanken die Preise stark nach Region, Tankstelle und Tageszeit. Seit Einführung der 12‑Uhr‑Regel gilt der späte Vormittag als günstigste Zeit zum Tanken. Um 12 Uhr mittags kommt es in der Regel zu einem Preissprung, bevor die Preise im weiteren Tagesverlauf wieder nachgeben.

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