Trotz zuletzt gestiegener Benzin‑ und Dieselpreise trifft die Belastung Arbeitnehmer nach Einschätzung von Ökonomen nicht stärker als in früheren Jahrzehnten. Grund dafür sind die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Löhne, wie Berechnungen der Ifo‑Niederlassung Dresden zeigen.
Demnach musste ein durchschnittlicher Arbeitnehmer im April rund fünf Minuten Arbeitszeit aufwenden, um einen Liter Benzin zu bezahlen. In den vergangenen 35 Jahren schwankte dieser Wert zwischen drei und sechs Minuten.
Die aktuellen Preissteigerungen infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten fallen nach Einschätzung der Experten weniger heftig aus als während des Ukraine‑Kriegs 2022. Zwar seien die Entwicklungen durchaus mit früheren Öl‑ und Weltwirtschaftskrisen vergleichbar, die Ausschläge von 2022 würden jedoch nicht erreicht.
Im März lagen die Kraftstoffpreise an deutschen Tankstellen rund 20 Prozent über dem Vorjahreswert. Besonders stark verteuerte sich leichtes Heizöl, dessen Preis im Vergleich zu März 2025 um 44,4 Prozent stieg.
Deutlich größer waren die Belastungen zu Beginn des Ukraine‑Kriegs. Im März 2022 mussten Verbraucher für Kraftstoffe im Durchschnitt 46,8 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Beim Heizöl fiel der Preisanstieg noch drastischer aus: Die Preise lagen damals 144,4 Prozent über dem Niveau von März 2021.
Dass der Iran‑Krieg aktuell weniger stark auf die Verbraucherpreise durchschlägt, führen Statistiker auch auf das bereits hohe Ausgangsniveau der Energiepreise zurück. Dadurch fallen relative Steigerungen geringer aus als in früheren Krisen, auch wenn das Preisniveau insgesamt hoch bleibt.
Starke Schwankungen bei Energiepreisen haben die Weltwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder begleitet. Während der Ölkrise 1973/74 verteuerten sich Kraftstoffe innerhalb eines Jahres um 32 Prozent, in der zweiten Ölkrise 1979/80 um 28 Prozent.
Auch während der Finanzkrise 2008/09 kam es zu starken Ausschlägen an den Weltmärkten. In der Corona‑Pandemie brachen Energiepreise zunächst ein, bevor sie sich ab Mitte 2020 deutlich erholten.
Die Preisanstiege bei Energie wegen des Iran-Kriegs sind ähnlich stark wie in früheren Öl- und Weltwirtschaftskrisen - aber weniger heftig als im Ukraine-Krieg 2022. Das zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes zur Preisentwicklung unter anderem für Sprit und Heizöl in den vergangenen 50 Jahren.
Im März zahlten Verbraucher an Tankstellen in Deutschland demnach im Schnitt 17,3 Prozent mehr für Superbenzin und 29,7 Prozent mehr für Diesel als ein Jahr zuvor. Kraftstoffe insgesamt waren ein Fünftel (20 Prozent) teurer. Die Verbraucherpreise für leichtes Heizöl stiegen fast um die Hälfte (44,4 Prozent) im Vergleich zu März 2025.
Die Preisanstiege bei Sprit und Energie unmittelbar zu Beginn des Ukraine-Kriegs waren noch deutlich stärker: Im März 2022 zahlten Verbraucher an deutschen Tankstellen im Mittel fast 42 Prozent mehr für Superbenzin und knapp 63 Prozent mehr für Diesel als ein Jahr zuvor. Kraftstoffe insgesamt waren 46,8 Prozent teurer. Für leichtes Heizöl mussten Verbraucher sogar fast zweieinhalbmal so viel (+144,4 %) bezahlen wie im März 2021.
Der Nahost-Krieg wirke sich zurzeit wegen des hohen Ausgangsniveaus der Energiepreise weniger deutlich aus als der Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022, schrieben die Statistiker. Starke Preissprünge bei Energie gab es in den globalen Krisen der vergangenen Jahrzehnte immer wieder: In der ersten Ölkrise der Jahre 1973/1974 verteuerten sich Kraftstoffe binnen eines Jahres um fast ein Drittel (32 Prozent), so das Statistische Bundesamt. In der zweiten Ölkrise 1979/1980 lag der Preisanstieg für Kraftstoffe bei
28 Prozent über ein Jahr. In der globalen Finanzkrise 2008/2009 schwankten die Energiepreise an den Weltmärkten stark. In der Corona-Pandemie brachen die Energiepreise zunächst ein und erholten sich ab Mitte 2020 wieder.