Angesichts der anhaltenden Niedrigwasserlage auf Rhein und anderen Wasserstraßen haben zahlreiche Bundesländer die Sonn- und Feiertagsfahrverbote für Lastwagen gelockert. Mit den Ausnahmeregelungen sollen zusätzliche Transportkapazitäten auf der Straße geschaffen und die Auswirkungen auf Lieferketten begrenzt werden.
Hintergrund ist die eingeschränkte Binnenschifffahrt. Viele Schiffe können derzeit nur mit reduzierter Ladung verkehren, sodass Güter zunehmend auf Straße und Schiene verlagert werden müssen.
Lockerungen in den meisten Bundesländern
Bis zum 31. August gelten entsprechende Ausnahmen in Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg.
In Rheinland-Pfalz und im Saarland wurden die Regelungen sogar bis zum 30. September verlängert. In Sachsen dürfen Lkw , die Transporte per Binnenschiff ersetzen, ebenfalls bis einschließlich 31. August 2026 auch sonn- und feiertags fahren. Sachsen-Anhalt haben bislang keine entsprechenden Lockerungen beschlossen.
Unterschiedliche Regelungen je nach Bundesland
Die Ausgestaltung der Ausnahmen fällt regional unterschiedlich aus. In mehreren Ländern sind die Erleichterungen ausdrücklich an Transporte gebunden, die im Zusammenhang mit den Folgen des Niedrigwassers stehen.
In Bayern und Hessen gelten die Ausnahmen zudem nur für Lastwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen. Bayern begrenzt die Regelung zusätzlich auf unbedingt notwendige Lieferungen.
Lieferketten sollen stabilisiert werden
Mit den Sonderregelungen reagieren die Länder auf die angespannte Lage im Güterverkehr. Durch die niedrigen Pegelstände können viele Binnenschiffe ihre Kapazitäten nicht vollständig ausnutzen, was zu steigenden Transportkosten und zusätzlichen Belastungen für Industrie und Handel führt.
Die vorübergehende Verlagerung von Gütertransporten auf die Straße soll dazu beitragen, Versorgungsengpässe zu vermeiden und die Funktionsfähigkeit der Lieferketten aufrechtzuerhalten.