34. Nordic Trophy in Schweden

Strahlender Sieger: Juha Ristimaa (2. v. r.) gewinnt mit seinem Scania Achtachs-Anhängerzug die Nordic Trophy
© Foto: Felix Jacoby

Kaum ein Trucktreffen ist prächtiger als die schwedische Nordic Trophy. TRUCKER-Reporter Felix Jacoby sah sich um und brachte Stars und Storys mit.


Datum:
07.10.2013
Autor:
Felix Jacoby

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Monatelang liegt die ehemalige Formel-1-Rennstrecke "Mantorp Park" brach. Alle zwei Jahre aber erwacht sie und wird zum Paradies für Freunde besonderer Nutzfahrzeuge. Transporteure aus den vier nordischen Ländern kommen mit ihren Maschinen nach Mittelschweden, um die besten, edelsten und wildesten Exemplare zu präsentieren.

Veranstaltet wird die Show vom schwedischen LKW-Magazin TRAILER, in den geraden Jahren im Rahmen der Messe Elmia in Jönköping, in den ungeraden auf der Rennstrecke. Diesmal konnte man das 34. Fest dieser Art feiern, womit man historisch gegenüber den meisten europäischen Festivals etwas die Nase vorn hat. Es gibt sogar einen Bildband, der die Frühgeschichte der "Nordic Trophy" darstellt.

Schon am Donnerstag kommt Stimmung auf, als die ersten Lastzüge auf das Gelände rollen. Ralf Ekdahl hat auf Basis des neuen Volvo einen prächtigen 25-Meter-Kofferzug auf die Räder gestellt, von der Lackierung her ganz im Design alter ägyptischer Hochkultur. Er ist einer der ersten, der seine Position einnimmt. Vor dem Gelände wird derweil die Statoil-Tankstelle zum Treffpunkt, hier mischen sich die Supertrucks mit den Schwedenzügen, die auf der Europastraße 4 kommen und hier pausieren.

Warum das Ganze schon so früh losgeht, erklärt sich aus der nordischen Truckshowkultur, die andere zeitliche Abläufe hat. Hier trifft man sich am liebsten spätestens ab Freitag, und so ist die Nordic Trophy an diesem Tag bereits ab mittags für Teilnehmer und Besucher geöffnet. Am Abend läuft das große gemeinsame Fest, bei dem man sich auch die eine oder andere Dose Bier gönnt.

DIE NORDIC TROPHY IST EINE ECHTE KULTVERANSTALTUNG IN SCHWEDEN

Samstag ist dann der große Tag der Show, die nebenbei auch von den Nutzfahrzeug- und Zubehörherstellern zur Präsentation im Rahmen einer kleinen Messe genutzt wird. Welchen Stellenwert die Nordic Trophy dabei hat, kann man an der Tatsache erkennen, dass Scania genau hier erstmalig den 730er-Motor in Euro-6-Version präsentierte. Abends um halb sechs findet die Siegerehrung statt, danach gibt es noch ein großes gemeinsames Essen und anschließend verstreuen sich die meisten der Teilnehmer wieder in alle Windrichtungen. Das ermöglicht vielen Fernfahrern, die Teilnahme an Festen und das Familienleben unter einen Hut zu bringen.

Ein kleinerer Teil bleibt noch bis Sonntag, um weiterzufeiern und sich sonntags der nach schönen Bildern hungrigen Fotografenmeute auf der Rennstrecke zu stellen. Die Digitalfotografie hat die Zahl der Truckfotografen nach oben schnellen lassen. Für die Teilnehmer am Festival ist die dadurch entstandene Aufmerksamkeit eine Freude und Genugtuung für die viele Arbeit und das Geld, das sie in ihre Supermaschinen gesteckt haben.

FREUNDE DES TECHNISCH RAFFINIERTEN FAHRZEUGBAUS KÖNNEN NUR STAUNEN

Was im Norden immer wieder beeindruckt, ist der hoch spezialisierte Fahrzeugbau. Statt mit fast einheitlichen 40-Tonnern arbeiten zu müssen, können hier dank der großzügigeren Gewichtsgrenzen auf einzelne Transportzwecke maßgeschneiderte Techniklösungen verwirklicht werden. Die Lastwagen und Anhänger kosten in der Beschaffung viel mehr, vermögen bei ihrem Einsatz aber auch viel mehr zu leisten. Das Bauen solcher Techniklösungen beschäftigt eine ganze Branche mit unzähligen Arbeitnehmern und schützt nebenbei etwas vor der billigen Konkurrenz mit ihren Standardfahrzeugen.

Den ganzen Freitag rollen die Supergeräte auf das Gelände. Einer aber wartet fast ganz bis zum Schluss: Der Finne Juha Ristimaa, Kennern schon durch verrückte Lastwagen in der Vergangenheit bekannt, hat einen neuen Scania Achtachs-Anhängerzug dem Motto "Madonna" gewidmet. Erst am Abend, als schon fast alle ihre Positionen eingenommen haben, rollt er unter den Augen des staunenden Publikums mit seinem beeindruckenden Gerät auf den Platz.

Da schwant den Wettbewerbern wohl schon, dass sie es gegen dieses rollende Kunstwerk schwer haben werden, und erwartungsgemäß wird der Finne zum großen Gewinner der Show. Anderl Schubert freut sich nicht nur über den Sieg für die schönste Zugmaschine bis Baujahr 2010, sondern auch über den moralisch noch wertvolleren Svempas-Sonderpokal. Armin Ofner, im TRUCKER 8/13 vorgestellt ("Minski-Truck"), bekommt einen Pokal für seinen Kipperzug, Georg Mattersdorfer aus St. Veit in Kärnten den für die weiteste Anreise. Und alle, die wir gesprochen haben, möchten jedenfalls unbedingt wieder kommen.

HASHTAG


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