Mid-America Trucking Show 2015

"Supertruck" nennt Daimler-Tochter Freightliner ihr Messehighlight
© Foto: Fabien Calvet

Nach einem guten Vorjahr wird der Truck-Markt in den USA 2015 noch besser. Die Hersteller haben gut lachen auf der Mid-America Trucking Show.


Datum:
21.04.2015
Autor:
Fabienne Calvet

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Wenn der Lkw-Salon Louisville - die Mid-America Trucking Show - ein Barometer für die amerikanische Wirtschaft ist, stehen den Amis rosige Zeiten bevor. Jenseits des großen Teichs erwartet man 2015 nochmal drei Prozent Wachstum. Die amerikanischen Hersteller Freightliner, Kenworth, Peterbilt und Co. haben gut lachen: Zum letzten Mal brummten die Geschäfte in den Boomjahren 2005 und 2006 auf diesem Niveau.

DRINNEN STEHT DAIMLER, DRAUSSEN FREIGHTLINER ODER WESTERN STAR

Beim Messeauftritt von Daimler steht alles unter dem Motto "Integration". Die im Konzern vereinten Marken Freightliner und Western Star nutzen gemeinsame Komponenten, verbindendes Element ist der zum Firmenimperium gehörende Motorenhersteller Detroit. Neben den Motoren nutzen die US-Marken auch Getriebe, Achsen und Rahmen gemeinsam - vieles davon auch in Europa bekannt von Actros, Arocs und Konsorten.

Messe-Highlight ist das "SUPERTRUCK" genannte Freightliner-Derivat mit ähnlicher Technik, wie sie Daimler schon zur IAA in Hannover auf Actros-Basis im "FT2025" vorgestellt hat. Der Brückenschlag in die nächste Fahrzeuggeneration entstand in Zusammenarbeit mit dem US Department of Energy (DOE) und repräsentiert das Ergebnis einer fünfjährigen Forschungsarbeit. In enger Zusammenarbeit mit Mercedes in Deutschland hat Freightliner den Supertruck als neues Lkw-Konzept entwickelt.

Zu den Innovationen zählt unter anderem die optimierte Aerodynamik mit in der Haube integrierten Kühlerjalousien für bessere Anströmung und bedarfsgerechte Kühlung.

Daimler verspricht eine Effizienzverbesserung von 115 % im Vergleich zum 2009er Basismodell. Dieses Ergebnis basiert auf einer Testfahrt vom texanischen San Antonio nach Dallas. Mit einem Gesamtgewicht von 30 Tonnen und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 104 km/h schaffte die amerikanische Ausgabe des Future Truck einen Verbrauch von 12,2 Meilen pro Gallone - europäisch ausgedrückt: rund 29 Liter pro 100 km. Das Fahrzeug basiert dabei auf einem seriennahen Freightliner Cascadia Evolution 6x2. Beim Getriebe handelt es sich um ein automatisiertes Powershift 3.

Eine der wenigen echten Messeneuheiten präsentierte Western Star mit dem 5700XE. Sein Design scheint direkt vom "Transformers"-Film inspiriert. Er verbindet optimierte Aerodynamik mit traditionellen Chrom-Elementen klassischer US-Hauber. Damit steht er in der Tradition von Western Star, Owner Driver (Selbstfahrer) anzusprechen - während Freightliner mehr die Bedürfnisse großer Flotten bedient. Scheint auf jeden Fall zu funktionieren, denn nach Jahren der Stagnation kann die ursprünglich aus Kanada stammende Marke Western Star wieder steigende Zulassungszahlen verzeichnen.

KENWORTH, PETERBILT UND CO.

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Während sich Daimler innovativ und modern zeigt, bleiben die Neuheiten bei den anderen Herstellern unscheinbar. Der Trend zum 6x2 statt des weniger effizienten 6x4 setzt sich weiter durch. Ansonsten arbeiten Kenworth, Peterbilt und die anderen an besserer Aerodynamik, vor allem aber neuen Satellitenkommunikationssystemen, die bei amerikanischen Flottenbetreibern immer beliebter werden. Amerika scheint da erneut einen Schritt weiter zu sein, denn Europa im Allgemeinen und Deutschland im Speziellen hinken bei der Telematik eindeutig hinterher.

Auch wenn sich die Zahl an Neuheiten beschränkt hält, lautet das Motto der amerikanischen Hersteller jetzt: "produzieren"! Es gilt, den verlorenen Profit der vergangenen Jahre aufzuholen. Die Kunden kaufen wie verrückt - auch ohne Neuerungen. Und vor dem Hintergrund, dass immer mehr Technik aus Europa kommt, fragt man sich, wann die Konjunktur bei uns auf ein identisches Niveau klettert? Fabien Calvet

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