Nutzfahrzeug Veteranen Gemeinschaft NVG: Kühlergrillfete

In der Grube Davids versammelte sich Bekanntes und Exotisches
© Foto: Gerhard Grünig

Seit einigen Jahren veranstaltet Heinz-Georg "Schorsch" Schumann ein Kippertreffen in der Grube Davids bei Geilenkirchen. Dort trifft sich ein kleiner, aber feiner Kreis zum Spielen in der Sandkiste. Ein besonderes Anliegen: die Jugend ans Thema Nutzfahrzeug-Oldtimer heranführen.


Datum:
06.12.2016
Autor:
Gerhard Gruenig

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Eigentlich ist es ja ein Geheimtipp, wenn sich große Jungs in ganz großen Spielzeugen in einer noch größeren Kiesgrube treffen. Insider wissen längst Bescheid: Es geht ums Kippertreffen in Geilenkirchen, die sogenannte Kühlergrillfete, veranstaltet von Heinz Georg "Schorsch" Schumann.

Schorsch lädt seit einigen Jahren ein, will aber nicht, dass großer Rummel gemacht wird. "So können wir ohne Fotografen und Zuschauer schön spielen", kommentiert er seine Philosophie. Das Treffen soll möglichst locker ablaufen. Dem Kipperfreund ist es zudem ein besonderes Anliegen, der Jugend die Möglichkeit zu geben, mal mit alter Technik durchs weitläufige Gelände zu pflügen: Kies aufladen, sich mit heulenden Luftkühlern oder betagten Zweitakt-Dieseln durch unsynchronisiertes Getriebe arbeiten und dabei Technik erleben, von denen schon der Opa geschwärmt - oder sich darüber geärgert - hat.

"Wenn wir das im kleinen Kreis auf abgesperrtem Gelände machen, können wir das Risiko, dass was passiert, auf nahe Null bringen", begründet Schorsch sein Ansinnen. "Aber obwohl es keine offizielle Einladung gibt, kommen die Fotografen dann doch, weil sie irgendwie Wind davon bekommen", lacht Schorsch. "Die werden dann einfach vergattert, dass sie zwar knipsen dürfen, aber wir die Bilder nicht veröffentlicht sehen wollen."

FAMILIÄRES TREFFEN MIT PERSÖNLICHEM ENGAGEMENT

Das Treffen in der Grube Davids ist betont familiär. Die Verpflegung übernimmt stets Kerstin Obermann. NVG-Protagonist Dirk Obermann reist dafür extra mit einem eigens dafür aufgebauten Sattelauflieger mit Kücheneinrichtung an. "Kerstin schafft es sogar, uns mit einer Riesenauswahl und drei, vier Gängen kulinarisch zu verwöhnen. Hat doch was in einer Kiesgrube", meint Schumann verschmitzt. Dass niemand verdurstet, dafür sorgt Günter Zons, der ein paar Riesenkühlschränke voll Getränke mitbringt. Sein Tieflader ist dann gleich eine willkommene Sitzgelegenheit, um das Spektakel unten in der Grube gut verfolgen zu können.

Dieses Jahr kamen 45 Teilnehmer - vor allem mit Kippern, einigen Straßenfahrzeugen sowie ein paar wenigen Baumaschinen. Besonders interessant: ein alter Weserwolff-Bagger, der noch mal so richtig zeigen konnte, was in ihm steckt.

Freilich wäre das Spielen in der Sandgrube schlicht unmöglich, gäbe es nicht Enthusiasten wie den Kiesgrubeneigner Heinz Davids, der den Teilnehmern nicht nur die Nutzung des Geländes ermöglicht, sondern gleichzeitig auch Sanitäranlagen und einen großen Aufenthaltsraum zur Verfügung stellt. Davids ist schon Tage vor dem Treffen beschäftigt und richtet seine Grube passend her. "Außerdem reduziert er die gewerblichen Tätigkeiten in der Kiesgrube am Samstag auf ein Minimum, damit wir sorgenfrei spielen können", betont Schorsch.

Schon jetzt freut sich der Ausrichter aufs Frühjahr 2017. "Da veranstalten wir das 15. Öffentliche Kippertreffen Geilenkirchen". Ausrichter Schorsch Schumann fand übrigens erst spät zum Thema Oldtimer-Lkw. "Erst hab' ich mit Traktoren herumgemacht, so ab 1979. Aber als die Szene immer größer und unübersichtlicher wurde, wechselte ich 1995 zu den Nutzfahrzeug-Veteranen." Interessanterweise haben die Teilnehmer der Kühlergrillfete im wahren Leben meist gar nicht so viel mit Kippern zu tun. Sie haben einfach nur Spaß daran, die Lkw mal unter Lastbedingungen bewegen zu können - und das ohne Gefährdung von Zuschauern.

AUCH DAS ALTE MATERIAL MUSS BEWEGT WERDEN

"Meine Philosophie ist, die Maschinen und Fahrzeuge müssen bewegt werden. Und Baumaschinen und Kipper gehören nun mal in den Schüttgüterbereich. Weiß ja jeder, der mit Lkw zu tun, dass ein beladener Lkw ein vollkommen anderes Fahrverhalten hat als ein Spazier-Leer-Fahrer", schmunzelt Schorsch zum Abschied.

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