Damals im TRUCKER: Bereit für die Zukunft

Erst für Busse, nun auch für kleinere Trucks: Scania 92 mit willkommener neuer Schalthilfe CAG
© Foto: TRUCKER/Verlag Heinrich Vogel

1985 testete der TRUCKER einen Scania 92 CAG. Das neue computergestützte Schaltgetriebe entlastete die Fahrer, war aber gewöhnungsbedürftig.


Datum:
05.12.2019
Autor:
Sabine Köstler
Lesezeit: 
2 min

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Mit zwei Neuheiten wartet der kleine P 92 MA auf, den Scania dem TRUCKER-Testteam 1985 vor die Tür stellt. Zum einen leistet der neue, nur aufgeladene DS-9-01-Motor starke 245 PS aus 8,5 Litern Hubraum. Wenige Monate zuvor hatte schon die ladeluft­gekühlte 275-PS-Version im Test ihre Kraft bewiesen.

Noch interessanter ist aber die zweite Novität, das neue Seriengetriebe GS 771. Pünktlich zur IAA soll mit dem CAG (Computer Aided Gearshifting) auch im Lieferverkehr die Zeit des kräftezehren­den Schaltstresses vorbei sein. Und keine Angst vor dem Kollegen Computer! „Das Prinzip ist“, heißt es im TRUCKER „wie alles mit Computern einfach“ – die Ausführung und Anwendung freilich habe Haken und Ösen. Zum Beispiel das andauernde Gespiele der Elektronik, das vor allem im Stadtverkehr nervte. Auch erwische man das CAG„manchmal auf dem linken Fuß“, wenn man es aus ökonomischen Gründen zum Schalten auffordere, es aber nicht so weit sei. Aber sonst: „Spitze!“, so der Tester.

Etwas „Futuristisches“ habe das Cockpit, so der TRUCKER-Tester, „dank der Mini-Schaltschwengel“
© Foto: TRUCKER/Verlag Heinrich Vogel

Entscheidend sei sowieso, dass der Fahrer nach wie vor selbst über Fahrzeug und Fahrstil bestimme. „Und wenn sich der Computer zu Tode blinkt, erst wenn der Fahrer mit dem Tritt auf die Kupplung dem Schaltvorgang zustimmt, wird ein Schalten daraus.“ Falle die Elektronik aus, könne man außerdem auf den Notschaltstock im Handschuhfach zurückgreifen und sich noch in die Werkstatt schleppen.Auch die neue 245-PS-Maschine kann überzeugen. Empfohlen wird sie für den mittelschweren Einsatz. Der auf 32 und auf 38 Tonnen ausgeladene 92er schluckt im Schnitt 31,9 Liter, wobei er mit 18,7 Litern bei 70 km/h auf der flachen Landstraße das beste Ergebnis erzielt – was der Tester wiederum dem CAG zuschreibt.

Am Arbeitsplatz gibt es wenig auszusetzen. Herausgestellt wird die Bedienfreundlichkeit bei der Wartung. Und nicht einmal die 75 cm breite und 48 cm hohe Motorkiste bringt Minuspunkte.

Im mittelhohen P-Haus gibt es eine helle, großzügige Ruhestatt für den Fahrer
© Foto: TRUCKER/Verlag Heinrich Vogel

Das stand noch im TRUCKER 9/1985

  • Deutschland, Frankreich und die Beneluxstaaten sind übereingekommen, die Kontrollen im grenzüberschreitenden Straßengüterverkehr ab 1. Juli zu vereinfachen.
  • Unfallursache Nummer eins sind technische Mängel, warnt Dekra.
  • Im Vorbericht zur IAA stellt DAF eine neue Antriebstechnologie unter dem Geheimnamen „ATI“ vor.
  • Daimler gönnte seinem großen V8-Diesel der 400-Reihe mehr PS. Der 1644 S ist nun der serienstärkste Diesellaster Europas.
  • Der neue „Roadguard“ soll vor Übermüdung warnen. Alle vier bis 14 Sekunden leuchtet im Cockpit ein Lämpchen auf, per Pedal muss es ausgeschaltet werden.


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