Der neue SLT zieht was weg!

Schwerlastspezialist Balmer hat den neuen SLT vor der Serie getestet – und für gut befunden!
© Foto: Daimler

Schon vor Serienstart erprobten die Schwerlastspezialisten von Balmer den neuen SLT. Dem TRUCKER berichten sie exklusiv von ihren Erfahrungen.


Datum:
13.03.2014
Autor:
Gerhard Gruenig

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Noch vor der Wende startete Eckart Balmer mit einem W50 in die Selbstständigkeit. Das Unternehmen aus Holthusen bei Schwerin gedieh prächtig. Heute gehören 17 Zugmaschinen zum Fuhrpark der Schwerlastspezialisten, die sich vor allem auf den Transport von Windkraftanlagen, Brückenelementen und Kesseln spezialisiert haben.

Der Fuhrpark trägt mit einer Ausnahme den Stern, "vor allem wegen des guten Service unserer Schweriner Mercedes-Werkstatt, die schon frühzeitig Fachpersonal für die Schwerlastzugmaschinen vorgehalten hat", wie Unternehmenschef Eckart Balmer erzählt. "Beim neuen SLT hatten wir zum ersten Mal die Chance, schon weit vor der Markteinführung einen Feldtest zu begleiten", erläutert Balmer. "Eigentlich hatten wir alle gedacht, dass uns da noch eine Menge auffallen wird, was man alles ändern kann. Aber irgendwie gab's da nicht viel zu verbessern!" Er lacht und merkt ausdrücklich an, dass er wirklich nicht auf der Gehaltsliste von Daimler steht ...

"Bei der Erprobung fuhren wir einen Transport mit 130 Tonnen von der Tschechischen Republik nach Grevenbroich. Um einen ordentlichen Vergleich zu haben, zog einer unserer eigenen SLT, ein 4160 der Vorgängerbaureihe MP3, einen baugleichen Tieflader mit identischem Gewicht", erinnert sich der Firmeninhaber. "Speziell der Vergleich der Antriebsstränge mit der Turbo-Retarder-Kupplung des neuen SLT und der Wandlerschaltkupplung unseres Fahrzeugs zeigt enorme Vorteile für den Neuen."

STEIGUNGEN MIT 130 TONNEN NIMMT DER MOTOR LÄSSIG

Eckart Balmer nennt vor allem die schnelleren Schaltwechsel und das viel geschmeidigere Anfahren als Plus gegenüber der Wandlerschaltkupplung (WSK). "Zudem hat die wassergekühlte Turbo-Retarder-Kühlung TRK einen viel gesünderen Temperaturhaushalt als die ölgekühlte WSK. Wir haben extra viel rangiert beim Abladen, auch in schwerem Geläuf abseits der Straße. Aber die TRK hat das alles klaglos mitgemacht. Auch ist es für den Fahrer viel leichter zu handhaben, weil der LKW nicht mehr rückwärts rollen kann beim Rangieren."

Zu der im Vergleich mit einigen Wettbewerbern geringeren Leistung meint der Schwerlast-Profi: "Wissen Sie, mit dem teils erbärmlichen Zustand unserer Brücken sind mehr als 150 Tonnen Zuggesamtgewicht sowieso kaum möglich. Und wenn, dann nur mit teuren Tragfähigkeitsberechnungen oder weiten Umfahrungen. Das lohnt doch gar nicht! Und mit den üblichen rund 130 bis maximal 150 Tonnen kommt der neue SLT mit 625 PS wunderbar zurecht. Vor allem auch, weil er in den niedrigen Geschwindigkeitsbereichen, in denen wir oft fahren, schon enorm viel Drehmoment und Leistung hat. Zudem geht durch die spezielle Technik der TRK keine Leistung verloren - ganz im Gegensatz zur Wandlerschaltkupplung."

Sven Waselin, Fahrer bei Balmer, durfte den Erprobungs-SLT fahren. Waselin bringt zwölf Jahre Erfahrung im Schwertransport mit und zeigte sich recht angetan vom SLT. "Das war der erste Mercedes der neuen Generation, den ich gefahren habe. Und ich muss sagen, der Fahrersitz ist bequemer als mein Wohnzimmersessel zu Hause. Generell: Das ist absolut entspanntes Fahren, und von den hohen Gewichten merkt man fast nichts."

Auch Waselin nimmt für sich in Anspruch, kein "Sternsinger" zu sein. Dennoch lobt er den neuen SLT: "Man schläft viel besser als im MP 3, weil die Kabine jetzt besser gedämmt ist. Selbst als wir direkt an der Autobahn standen, blieb das Geräuschniveau in der vom Actros stammenden Kabine sehr niedrig. Zur Technik meint er: "An Steigungen zieht der Motor auch mit 130 Tonnen noch sehr gut durch. An Stellen, an denen ich längst zurückgeschaltet hätte, blieb die Getriebesteuerung noch im eingelegten Gang - und das hat tatsächlich funktioniert. Wenn er dann doch mal zurückschaltet, beißt er sich sofort wieder fest und zieht auch bei niedrigen Drehzahlen bärig an!"

SELBST BEI EISREGEN KEINE TRAKTIONSPROBLEME

Auch der Performance-Motorbremse in Kombination mit dem hydraulischen Primärretarder der Turbo-Retarder-Kupplung attestiert Waselin eine hohe Verzögerungsleistung. "Da kommt einem der Bremstempomat zugute, der das Bergabtempo zuverlässig regelt und selbsttätig Rückschaltungen veranlasst." Bei der Testfahrt gab's einen kritischen Moment: "Wir hatten plötzlich einsetzenden Eisregen und ich befürchtete, dass wir an den engen Dorfquerungen, rund um die Verkehrsinseln, Traktionsprobleme bekommen würden", erinnert sich der Schwerlast-Profi. "Aber auch diese Situation hat der neue SLT, bedingt durch seinen langen Radstand und die optimale Achslastverteilung gemeistert." Kein Wunder, dass Balmer dem Stern die Treue hält.

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