IAA-Neuheiten MAN: Ein wenig Kosmetik

Die optische Auffrischung der 2017er Modelle von MAN fällt erst auf den zweiten Blick auf
© Foto: MAN

MAN zeigt die "Modellpflege" für die letzte Phase des TGX/TGS.


Datum:
11.08.2016
Autor:
Gerhard Gruenig

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Bitte genau hinsehen. Noch etwas genauer! Na, nichts aufgefallen? Uns zuerst auch nicht ... Die optischen Änderungen, die MAN der TGX-/TGS-Baureihe angedeihen lässt, sind tatsächlich kaum zu identifizieren: ein Löwe auf schwarzem Hintergrund, ein paar umgestaltete Kühlerlamellen für mehr Kühlluftdurchsatz und neu designte Sideflaps - das war's.

Wer jetzt glaubt, dass es dafür im Innenraum epochale Änderungen gibt, sieht sich ebenfalls enttäuscht. Braune Armaturen - davon nehmen andere Hersteller schon wieder Abstand - neue Bezugsstoffe für Sitze und Betten (danach hatte in den vergangenen Jahren eigentlich nie jemand gefragt) und ein "neues" Lenkrad mit großem Löwen-Emblem.

Die tatsächlich kritisierten Punkte wie die unnötige Schaltkonsole samt Drehknopf und Handbremshebel, der Kühlschrank (siehe Facebook-Kommentare) oder die riesige Scheibe statt großer Staufächer blieben unangetastet. Allerdings muss man auch sagen, dass sich MAN mit dieser "Modellpflege" in bester Manier zu den anderen Herstellern befindet. Außer bei Scania gibt's dort auch nur Nasenkorrekturen. Ein Journalistenkollege aus dem Automobilbereich hat mal überspitzt formuliert: Mumien mit Herzschrittmacher ...

Wenigstens offenbart der Blick unter die gekippten Kabinen ein paar Neuerungen. So spendieren die Münchener allen ihren Aggregaten 20 PS mehr und auch einen Nachschlag beim maximalen Drehmoment (s. Kasten S. 21). Für Leistungsfetischisten: Zum Modelljahr 2017 kommt jetzt endlich auch das Flaggschiff 18.640, das wir im TRUCKER ja schon vor geraumer Zeit avisiert haben. Jetzt ist er Realität und zeigte sich bei der Erstvorstellung im Glitter-Ornat mit Lampenbügel, Leder und viel Chrom. Es gibt ihn aber auch ohne Bling-Bling, einfach nur mit 640 PS, 3000 Nm und neuem Traxon- Getriebe von ZF.

ZWEI GETRIEBE - ABER "OPTICRUISE" NUR FÜR DEN D26 ALS 4X2

Apropos Getriebe: Das "Konzern-Getriebe", Tipmatic 12+2 genannt, kommt von Scania, wird aber vorerst ausschließlich in Kombination mit D26-Motor und bei den 4x2-Sattelzugmaschinen verbaut. Alle anderen Fahrzeuge und Modelle bekommen weiterhin Schaltboxen von ZF, die dann Tipmatic 12 heißen. Alles klar soweit? Ob sich tatsächlich kürzere Schaltzeiten einstellen, Schaltstrategie und Anfahrmanagement signifikant verbessert wurden oder das Zusammenspiel aus GPS-Tempomat und Eco-Roll Verbrauchsvorteile bringt, konnten wir bei der statischen Präsentation leider noch nicht feststellen. Vorteile bringen in jedem Fall das angepasste Speed-Shifting und ein neuer Freischaukelmodus. Zudem lassen sich die neuen MAN mit "Idle Driving" jetzt ohne Einsatz des Gaspedals in den Gängen 1 bis 6 rangieren und im Stau fahren.

Am Verbrauch hat MAN auch gefeilt. Je nach Motor gab's unter anderem neue Ölkühler mit Thermostat, gesteuerte Wasserpumpen, mehr Zünddruck und höhere Einspritzdrücke. Alles in allem sollen die Neuen als jetzt "EfficientLine 3" genanntes Spritsparmodell noch einmal drei bis fünf Prozent genügsamer laufen. Eine neue Turbo EVCec-Motorbremse soll den Retarder in vielen Fällen künftig entbehrlich machen. Im D38, dem großen 15,2-Liter-Boliden, stemmt sie 2500 Nm Drehmoment gegen die Bewegung und leistet bis zu 630 kW (857! PS) - und das Ganze 70 Kilo leichter als mit optionaler Hydrobremse.

HASHTAG


#MAN

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