MAN Fünfachser: Unendlicher Variantenreichtum

Die zweitkürzeste Variante: Fünf Achsen auf fünf Meter Radstand
© Foto: Gregor Soller

Besucht man MANs Schweizer "Trucknology-Roadshow", findet man viele sehr spezielle Fahrzeuge.


Datum:
16.07.2015
Autor:
Gregor Soller

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Die Schweizer gönnen sich weiterhin Spezielles. Neben einem 2,3 Meter schmalen TGM, viele Fünfachser. Für Letztere hat MAN laut der Schweizer Marketingchefin Susanna Wittwer- Klingler mittlerweile 45 Serienradstände konfiguriert!

Davon rüstet MAN 33 Versionen mit Nachlauf- und zwölf mit (meist gelenkten) Vorlaufachsen aus, die das technisch zulässige Gesamtgewicht auf 44 respektive 50 Tonnen erhöhen. Gleichzeitig steigt das Leergewicht gegenüber vergleichbaren Vierachsern um rund 1200 bis 1400 Kilo. Optional treibt bei einigen Versionen Hydrodrive die zweite Vorderachse an.

MAN fertigt aber nur die Nachlaufachsen mit den Radständen 2050 und 2505 Millimeter ab Werk. Die übrigen Versionen arrangiert Umbauspezialist Toni Maurer im schwäbischen Türkheim, von wo aus es in die Schweiz ein "Katzensprung" ist. Sollten die 45 Serienvarianten trotzdem nicht passen, kann Maurer die Achsen nach Wunsch individuell verteilen, was gar nicht so selten vorkommt: Die Anzahl der kundenspezifischen Lösungen ist laut Wittwer-Klingler mittlerweile "nicht mehr definierbar". Das Verhältnis zwischen Vor- und Nachlaufachsen beziffert sie auf zwei Drittel zu einem Drittel. Die selteneren Nachlaufachsen verkleinern den Wendekreisdurchmesser gegenüber den "Vorläufern" um 2,0 bis 2,5 Meter.

DIE TANKS WERDEN ZU V-FÖRMIGEN KUNSTWERKEN

Ihr "Hauptrevier" finden die Fünfachs-Löwen im Bauhaupt- und -nebengewerbe. Im kürzesten Fall kann MAN die Radstände bis auf 4775 Millimeter zusammenschieben. Diesel- und Hydrauliktank müssen dann über den Rahmen ausweichen und bieten maximal 400 respektive 112 Liter Volumen. Bei der nächstkürzeren 5000-Millimeter-Version kann MAN ein v-förmiges 360-Liter-Dieselvolumen zwischen zweite und dritte Achse packen.

Die Kipper starten so mit sechs Meter langen Brücken und bei den Mischern kann man die sonst per Sattel gefahrenen Neun- respektive Zehn-Kubik-Trommeln aufsetzen. Dort sind die Fünfachser begehrt, da sie laut Wittwer pro Tag einige Umläufe sparen und sich von Sattelzug-unerfahrenem Personal leichter wenden und rangieren lassen. Die Entsorgungswirtschaft schätzt sie für große Abroller.

Trotzdem sind auch in der Schweiz die individuell gefertigten Spezialisten auf dem Rückzug. Schweizer Kipperhersteller wie Moser haben die "Rockbox" mittlerweile genauso in ein Baukastensystem eingebunden wie Meiller. Oder sie kaufen die Mulden wie Nencki von Serienherstellern wie KH in Polen und adaptieren sie nach - Schweizer - Kundenwunsch.

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