MAN TGM 15.290: Für die Enge der Stadt

Der wendige TGM zwängt sich durch Lücken, bei denen seine großen Brüder kapitulieren müssen
© Foto: Jan Burgdorf

Mit dem TGM bietet MAN ein wendiges Lkw-Konzept mit kompakten Abmessungen. Wir fuhren den 15.290 mit Meiller-Absetzeraufbau.


Datum:
02.11.2018
Autor:
Jan Burgdorf

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Dieser Truck ist MANs Antwort auf chaotischen Stadtverkehr, enge Baustellenzufahrten und niedrige Brückenunterführungen. Eben alles, womit Fahrer von Absetzkippern täglich zu kämpfen haben. Die Hersteller bieten für diesen Einsatzbereich vermehrt kompaktere Lastwagenkonzepte an - wie diesen MAN TGM 15.290.

Der 15-Tonner punktet zum einen mit einem kurzen Radstand von nur 3525 Millimetern, der bei Wendemanövern wertvollen Platz bringt. Zum anderen baut das Fahrzeug mit dem Absetzaufbau von Meiller in Fahrstellung weniger als 3,40 Meter hoch. Damit lassen sich niedrige Brücken problemlos unterqueren, was nervige, zeitraubende Umwege spart.

Ebenfalls hilfreich: Beim Wechseln in eine der zwölf Fahrstufen haben der rechte Arm und das linke Bein Pause. An ihre Stelle tritt die im Verteilerverkehr längst noch nicht selbstverständliche automatisierte Schaltung, hier in Form der Tipmatic - zugeliefert von ZF. Der "Automat" erledigt seinen Job gut, wenn auch längst nicht so gut abgestimmt wie bei Fernverkehrsfahrzeugen. Vor allem beim Beschleunigen werden die Gänge zu weit ausgedreht und unnötig früh zurückgeschaltet, und mit dem Gaspedal lässt sich die Elektronik nur bedingt beeinflussen.

Einen souveränen Eindruck hinterlässt der 6,8 Liter große D08-Reihensechszylinder, der das Testfahrzeug in seiner zweitstärksten Ausführung mit 290 PS beschleunigt. Zumindest wenn der TGM nur solo unterwegs ist, darf man sich die 30 PS stärkere Ausführung getrost sparen. Das seit der jüngsten Überarbeitung im vergangenen Jahr ohne Abgasrückführung arbeitende Aggregat hängt auch bei niedrigen Drehzahlen willig am Gas und liefert seine 1150 Newtonmeter Drehmoment ab 1200 Touren. Selbst voll beladen kommt so nie das Gefühl auf, untermotorisiert unterwegs zu sein - nicht einmal bergauf. Anders bergab: Da hat die 231 PS starke EVB-Motorbremse stärkeren Gefällen vor allem Krach entgegenzusetzen. Entsprechende regelmäßige Unterstützung seitens der Betriebsbremse ist deshalb nötig.

EINE KAMERA GEGEN RECHTSABBIEGEUNFÄLLE

Unbedingt mitbestellen sollte man bei einem TGM für den Stadtverkehr das neuerdings bei MAN erhältliche Kamerasystem zur Überwachung des toten Winkels auf der rechten Fahrzeugseite.

Radfahrer oder Fußgänger, die sich in diesem Bereich befinden, werden so sichtbar und die Gefahr eines gefürchteten Rechtsabbiegeunfalls wird reduziert. Das MAN-System kann einen "echten" Abbiegeassistenten zwar nicht ersetzen, trotzdem fährt damit ein wichtiges Stück zusätzlicher Sicherheit im kompakten TGM mit.

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