Mercedes Atron 1319: Kantiger Charakterkopf

Der Mercedes Atron 1319 in Brasilien
© Foto: Gregor Soller

Als Hauber bietet der Atron trotz simpler Federung viel Komfort.


Datum:
24.04.2014
Autor:
Gregor Soller

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Der Mercedes-Benz-Hauber Atron prägt seit Jahrzehnten das Straßenbild Brasiliens. 2012 zogen Euro-5-Maschinen ein, 2014 ABS, womit er wieder auf dem Stand der Zeit ist.

Aus dem städtisch geprägten Süden des Landes zieht er sich trotzdem langsam zurück: Mit der ins Lange übersetzten Sechzehngang-Handschaltung und der AP-Achse kann er keine Verbrauchsrekorde einfahren. Und in den immer enger werdenden Ballungsräumen steht er sich mit seiner langen Nase oft selbst im Weg.

Richtung Westen und Norden, wo noch viele Straßen unbefestigt sind und LKW teils auf den Acker müssen, ist er aber in seinem Element, zumal sein Wertverlust gegen Null tendiert. Allein von der 1635S-Zugmaschine mit großer Kabine und OM 457 LA laufen jährlich noch 1000 Einheiten vom Band, von den "kleineren" 1319 und 2324 sind es deutlich mehr. Als Pritschenversion arbeiten sie tagsüber oft auf dem Acker, um die Ernte dann in die nächste Stadt zu bringen. Eine solche Version fuhren wir als Vorführwagen.

EINIGE TASTER UND REGLER SIND WILD VERSTREUT

Ein Dreh am Zündschlüssel und der OM 924 LA erwacht klappernd zum Leben. Statt kräftigem Sechszylinder-Brummen muss hier der Vierzylinder genügen. Der hat mit den offiziellen 13,9 Tonnen keine Probleme, wenngleich er - ganz klassisch - gern etwas höher gedreht werden will: Die 700 Newtonmeter Maximaldrehmoment liegen erst ab 1200 Touren an.

Gar nicht "old school" ist der Fahrkomfort: Durch das Haubenkonzept genügen zwei Silentblöcke vorn und eine Blattfeder hinten, um trotz blattgefederten Achsen rundum komfortabel unterwegs zu sein. Selbst grobe Schlaglöcher können ihn kaum beeindrucken, auch weil die Lenkung indirekt ausgelegt ist. Direkt ins Getriebe führt dagegen der lange Schaltstock, der sich entsprechend exakt führen lässt. Angenehm ist auch das luftige Raumgefühl mit den steil stehenden Scheiben und der guten Durchstiegsmöglichkeit. Motorbremse und Scheinwerfer schaltet man per Kippschalter auf der Mittelkonsole, für die Klimatisierung sollte man einen Mitfahrer bemühen, denn die liegt vor den Beinen des mittleren Sitzes, dass man als Lenker kaum an die Drehregler herankommt. Dafür gibt es noch Ausstellfenster und eine einfach zu hebende Dachklappe. Diese etwas hemdsärmelige Art macht den Hauber so sympathisch. Möge das noch lange so bleiben!

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