Schwerlast-Schwede: Scania R730 8x4

Voll gefordert: Im 120-Tonnen-Schwertransporter bekommt der V8-Motor endlich gut zu tun
© Foto: Johannes Reichel

Scania untermauert mit R730 8x4 seine Ansprüche im Schwerlastsegment.


Datum:
28.11.2013
Autor:
Johannes Reichel

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"Schwer ist leicht was", kalauerte der Münchener Kabarettist Karl Valentin einst. In Variation dieses Ausspruchs könnte man den Satz für Scanias Boliden mit der Formel R 730 LA8x4/4HNB umdrehen: Leicht ist schwer was. Denn der Schwerlastschwede macht dem Fahrer die Arbeit leicht, was aber für die Ingenieure ziemlich schwer hinzukriegen gewesen sein dürfte.

So sanft und wohldosierbar setzt sich der mit dem verstärkten Scania-Opticruise-Getriebe ausgestattete, auf 120 Tonnen beladene Testwagen in Bewegung, dass man meint, einen Kleinwagen zu bewegen. Welche ungeheuren Kräfte bei diesen Tonnagen unter dem Blech wirken, davon bekommt der Schwerlastchauffeur nicht viel mit. Ohne Kupplung, versteht sich. Einfach aufs Gaspedal drücken und los geht die Fahrt. Klar, die Beschleunigung vollzieht sich im Vergleich zu einem 40-Tonner mit V8-Motor ziemlich zeitlupenartig, aber stetig. Zupass kommt beim Beschleunigungsvorgang, dass die Opticruise-Box schnell die Stufen wechselt, sodass die gut 100 Tonnen Ballast das Fortkommen kaum aufhalten.

FASZINIEREND, WENN SICH 730 PS AM BERG VERBEISSEN

Was da am Haken der 13,6 Tonnen schweren Zugmaschine hängt, spürt man an der sechsprozentigen Steigung des Testgeländes in Södertälje: Fast wird einem ein wenig bange, ob man es über den Berg schafft, so sehr scheint es die Fuhre in die Tiefe zu ziehen. Wie ein Sportler, der sich gegen ein Deuser-Band stemmt, arbeitet sich die Achtzylinder-Maschine an der Tonnage ab. Stufe für Stufe fällt, untermalt von kernigem, aber mechanisch gesundem V8-Trommeln. Bis zu dem Moment, an dem sich die 730 PS und 3500 Newtonmeter festbeißen am Berg und sicher die Steigung erklimmen. Zugegeben, ein absolut faszinierendes Schauspiel - auch, den V8 mal gefordert zu sehen, wo das großkalibrige Aggregat in unseren Standardtests stets chronisch unausgelastet wirkte.

Doch auch das anschließende Gefälle muss der Fahrer nicht fürchten. Rigide hält der Retarder mit 4100 Nm Maximalbremsmoment die 120-Tonnen-Fuhre im Zaum. Das ist gut so. Denn technisch darf der Powertruck aus Schweden bis zu 180 Tonnen befördern. Wer solche Fracht dann lieber "im Fuß" hat, kann den 8x4 auch als Opticruise mit Kupplungspedal ordern.

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