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Social-Media-Burnout: Wie er entsteht, wie man die Warnzeichen erkennt

08.04.2022 14:15 Uhr
Social-Media-Burnout: Wie er entsteht, wie man die Warnzeichen erkennt
Wer merkt, dass er in Situationen gereizt reagiert, in denen er bisher gelassen war, sollte das als erstes Warnsignal begreifen und ernst nehmen
© Foto: AntonioGuillem/iStock

Für viele Menschen sind Social-Media-Plattformen eine der Haupt-Freizeitbeschäftigungen, die viel Raum einnimmt. Nicht nur bei ihnen, auch bei professionellen Influencern wird das ständige Online-Sein zum Stressfaktor und damit irgendwann zum gesundheitlichen Risiko. Dann ist der Social-Media-Burnout nicht mehr weit. Ein Arzt erklärt, wie man ihn verhindert.

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Deutschlands bekannter Streamer und YouTuber MontanaBlack zieht sich auf unbestimmte Zeit zurück. Er sei "körperlich und mental am tiefsten Punkt seines Lebens", schrieb er bei Twitter. Online-Aktivitäten tun ihm aktuell nicht gut, womit er sich in eine Reihe von Influencern wie Sophia Thiel oder Melina Sophie einreiht,  die unlängst von ähnlichen Momenten berichteten.

Immer mehr junge Menschen fühlen sich ausgebrannt und gestresst

"Es gibt einen regelrechten Social-Media-Burnout, und das inzwischen auch bei Jugendlichen ohne riesige Reichweite", erklärt Daniel Harbs, Arzt, Fachbuchautor ("Burnout ist out") und Experte für Burnouts. Er weiß: Was für viele wie ein Spaß beginnt, endet für einige als Krankheit. Das Burnout-Syndrom trifft immer mehr auch junge Menschen und wird in den Medien immer präsenter. "Der Rhythmus des allgemeinen Lebens wird immer schneller, selbst die Freizeit wird zu einem Event der ,Selbstoptimierung'." Ständig erreichbar sein zu müssen, ständig neue Inhalte produzieren und teilen zu müssen, setze viele bekannte Influencer unter solchen Stress, dass sie einen krankheitsauslösenden Leidensdruck entwickelten, so Harbs. Bis man das an sich selbst erkennt, ist das Gefühl des Ausgebranntseins jedoch schon so weit fortgeschritten, dass ein völliger Rückzug die Folge ist.

Burnout: Die ersten Anzeichen erkennen und handeln

Im täglichen Leben fällt es vielen Menschen schwer, Stresssymptome zu erkennen und rechtzeitig ernst zu nehmen. "Die Übergänge zwischen positivem Stress und einem belastenden Stressaufkommen sind fließend", warnt der Arzt. Doch wird der Stress zu viel und hält über einen längeren Zeitraum an, beeinflusst er den Menschen auf drei Ebenen. Zum einen sendet der Körper Warnsignale wie hohen Blutdruck, Verspannungen, Kopfschmerzen, Infektanfälligkeit oder Schlafstörungen.

"Auch auf der Verhaltensebene kann es dann zu Veränderungen kommen. Wer an sich feststellt, dass er neuerdings in Situationen gereizt reagiert, die vorher mit Gelassenheit hingenommen wurden, sollte aufmerksam werden", erklärt Harbs' Co-Autorin und Praxis-Kollegin Maike Mallison. Ebenso äußert sich ein hohes Stresslevel auf der emotionalen und kognitiven Ebene: Konzentrationsschwierigkeiten, Selbstzweifel, Versagensängste oder Gefühle von Kontrollverlust deuteten darauf hin, dass die Emotionen durch den Stress negativ beeinflusst werden.

Selbstreflexion und Selbstakzeptanz führen aus der Krise

Wer die typischen Symptome an sich entdeckt, hat einen schweren Schritt vor sich: Die Selbstakzeptanz. Ganz besonders jungen Menschen fällt es schwer, zu akzeptieren, dass ihre Energie nicht unendlich ist. Und man muss auch kein berühmter YouTuber wie MontanaBlack sein, um Schwierigkeiten mit der Selbstakzeptanz zu haben - auch vor dem Freundeskreis und der Familie zugeben zu müssen, keine Kraft mehr zu haben, fühlt sich für viele Menschen an wie ein Eingeständnis ihrer Schwäche. Aber das Gegenteil ist der Fall. Wer durch Selbstreflexion sein Burnout erkennt und professionelle Hilfe in Anspruch nimmt, ist ein gutes Vorbild für andere Betroffene. Das ist der erste wichtige Schritt zur Besserung. 

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