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Ärger um Lkw-Start-up: Betrugsvorwürfe gegen Nikola

15.09.2020 17:05 Uhr | Lesezeit: 3 min
Nikola entwickelt Wasserstoff-Lkw für Europa
Das Modell „Nikola Tre“ des US-Herstellers Nikola Motors. Der Lkw soll sowohl durch Wasserstoff als auch elektrisch angetrieben werden können
© Foto: Nikola Motor Company

Dem US-Hersteller wird vorgeworfen, bei seiner Technologie für emissionsfreien Transport manipuliert zu haben. Dagegen will das Unternehmen jetzt vorgehen.

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Aufregung um Nikola Motors: Ein Leerverkäufer - also jemand, der auf einen Kursverfall an der Börse spekuliert - bezeichnete die Zukunftstechnologie des amerikanischen Lkw-Start-ups in einer Analyse als „komplexen Betrug“. Darüber berichten mehrere Medien am Dienstag einstimmig. Nikola wies die Anschuldigungen zurück und will jetzt klagen.

Sehr hohes „Level der Irreführung“

Hindenburg Research, so nennt der Leerverkäufer Nate Anderson seine Firma, hat eigenen Angaben zufolge „umfangreiche Beweise gesammelt - darunter Telefonaufnahmen, SMS, private E-Mails und Fotos hinter den Kulissen - die Dutzende Falschbehauptungen von Nikola-Gründer Trevor Milton belegen“, heißt es etwa bei „Ntv“. Noch nie habe Hindenburg „dieses Level von Irreführung bei einem börsennotierten Unternehmen gesehen“.

Nikola Motors ist ein Hersteller von Elektro-Lkw, der sich auf emissionsfreie und wasserstoffbasierte Designs konzentriert. Die Firma wurde 2015 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Phoenix, Arizona.

Technologisches Know-how soll nicht existieren

Hindenburg behauptet nun, ein Video, mit dem Nikola die Leistungsfähigkeit seines Prototyps „Nikola One“ unter Beweis stellen wollte, sei manipuliert. Um ihn bei hoher Geschwindigkeit zu filmen, sei der Lkw einen Berg hochgeschleppt „und einfach beim Herunterrollen gefilmt worden“, heißt es in dem Bericht von „Ntv“ weiter. Technologisches Know-how, das Nikola entwickelt haben will, existiere teils nicht – so die Unterstellung von Leerverkäufer Anderson.

Nikola will klagen

Nikola wies alle Anschuldigungen zurück und will jetzt gegen Hindenburg klagen. Der Elektro-Lkw One sei so konstruiert, dass er aus eigenen Antrieb angetrieben und gefahren werden könne. Nikola habe aber nie behauptet, dass er aus eigener Kraft gefahren sei. „Der Nikola One war ein unglaublich erfolgreicher Konzeptbeweis“, so Nikola laut „Bloomberg“.

Für das Start-up ohne Einnahmen ist die hohe Börsenbewertung wichtig, um weiteres Kapital für Investitionen und seine hohen laufenden Ausgaben gewinnen zu können. Nikola hatte erst in der vergangenen Woche eine weitreichende Partnerschaft mit dem US-Autoriesen GM geschlossen, der die Technik des Elektro-Spezialisten für seine Flotte nutzen will, wie die ARD online berichtet. 

 

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