Der Unimog als Euro-6-Lok

Kräftige Zugmaschine: Als Zwei-Wege-Fahrzeug zieht der U 423 bis zu 1000 Tonnen weg
© Foto: Daimler AG

Statt SLT: Dieser kleine Mog zieht 1000 Tonnen weg!


Datum:
05.08.2014
Autor:
Gregor Soller

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Da können sich Actros und Arocs SLT ganz warm anziehen: Auf der Messe InnoTrans in Berlin, die vom  23. bis 26. September stattfindet, präsentiert Mercedes-Benz auf dem Stand F4/16 im Freigelände Süd einen Unimog U 423, der bis zu 1000 Tonnen wegschleppt. Als Zwei-Wege-Fahrzeug ersetzt er so eine ausgewachsene Rangierlokomotive!

Dank seines kompakten Achsbaumaßes kommt der Unimog ohne separaten Schienenfahrantrieb aus, sogar bei verschiedenen Spurbreiten. Mit Hilfe spezi­eller Felgen und Reifen kann er sowohl auf Eisenbahn-Normalspur (1435 Millimeter Spurweite) als auch auf verschiedenen internationalen Breitspuren mit seinen eigenen Rädern auf der Schiene fahren. Eine hydraulisch absenkbare Schienenführung sorgt für eine sichere Spurführung auf dem Gleis. An einem niveauebenen Bereich von etwa fünf Meter Länge, zum Beispiel an Bahnüber­gängen, kann der Unimog einfach abgleisen und auf der Straße mit bis zu 90 km/h zum nächsten Einsatzort fahren. Für den Einsatz auf Gleisen des öffentlichen Schienen-Nahverkehrs sind Schienenführungssysteme erhältlich, die das Befahren von Kurvenradien ab 18 Meter ermöglichen. Mit dem Zwei-Wege-Unimog können vielseitige Aufgaben erledigt werden, wie beispielsweise Vegetationspflege entlang der Strecke, Reinigungsarbeiten im Gleisbett und auf Straßenbahntrassen sowie Reparatur- und Wartungsarbeiten an Signal­anlagen oder am Fahrdraht.

Im Vergleich zu Diesel-Rangierloks soll der 231 PS starke Unimog messbar Kraftstoff sparen.  Unimog-typische Eigenschaften wie der serienmäßige Permanent-Allradantrieb mit Längssperre sowie separate Differenzialsperren in Vorder- und Hinter­achse, die Singlebereifung sowie die Wandlerschaltkupplung für das Ziehen hoher Anhängelasten erleichtern laut Daimler den Zwei-Wege-Einsatz. Das Getriebe mit acht Vorwärts- und acht Rückwärtsgängen er­möglicht auf der Schiene Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h in beide Rich­tungen. Zur eisenbahntechnischen Ausrüstung gehören dabei je nach Kunden­anforderung beispielsweise eine Signallichtanlage, Sicherheitsfahrschaltung (Totmann-Schalter) oder digitaler Zugfunk. Der synergetische „EasyDrive“  genannte Fahrantrieb kommt dem Zwei-Wege-Fahrzeug zu Gute. Denn er erlaubt eine stufenlose Ein­stellung der Arbeitsgeschwindigkeit bis 50 km/h und einen einfachen Wechsel zwischen hydrostatischem Fahrantrieb und mechanischem Getriebe während der Fahrt.

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