IAA 2014: Mecedes-Benz Future Truck

Abgefahren: Der Future Truck von Mercedes-Benz
© Foto: Daimler

Mit seinen riesigen LED-Facettenaugen sieht der auf der IAA vorgestellte Mercedes-Benz Future Truck aus wie eine überdimensionale Libelle. Unten drunter ist er dennoch ein Actros der aktuellen Fahrzeuggeneration.


Datum:
22.09.2014
Autor:
Gerhard Gruenig

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Der Mercedes-Benz Future Truck schlägt die Brücke von der Science Fiction zur Realität. Ungeachtet seiner Raumschiff-artigen Optik, vernetzt er bekannte Technik und bereits serienmäßige Assistenzsystem, unter Zuhilfenahme der ohnehin schon am Fahrzeug verbauten Sensorik zum „Future Truck 2025.

Teil der futuristischen Optik sind die weit herunter gezogenen Türen. Durch die Verkleidung der Trittstufen lässt sich der Luftwiderstand verbessern. Gestartet wird der bekannte 13-Liter-Sechszylinder mit 450 PS noch immer per Knopfdruck. Auch sonst ist noch Vieles so, wie beim bekannten Actros. Der Future Truck besitzt Gaspedal, Bremse und ein 12-Gang-Powershift-Getriebe. Der Fahrer fädelt sich auf die Autobahn ein, und drückt beim Erreichen des Wunschtempos den ebenfalls bekannten Knopf für den Tempomaten – und aktiviert damit den „Highway Pilot“ und das autonome Fahren. Dann zieht der Future Truck sauber seine Spur. Um seinen Weg zu finden, braucht der Silberpfeil nicht mal ein vorausfahrendes Fahrzeug. Er funktioniert unabhängig von anderen Verkehrsteilnehmern alleine durch die Vernetzung seiner Assistenzsysteme. Dabei macht er alles, was sonst der Fahrer macht: Abstand halten, Tempo regeln, durchschwenkende Autos erkennen, Spur halten.

Dennoch bleibt der Fahrer stets Chef im Ring Der Chauffeur ist jederzeit in der Lage, manuell die Verantwortung zu übernehmen. Daher überwachen zwei Kameras den Fahrerplatz und ein Sensor den Sitz. Autonom überholen kann und soll der Future Truck übrigens nicht. Und wenn der Fahrer die Autobahn verlässt oder an einem Kreuz die Fahrbahn wechseln will, muss er selbst die Steuerung übernehmen. Das autonome Fahren ist eine Kann-Funktion – kein Muss!

Das aktuelle Konzeptfahrzeug ist trotz hohem Sparpotenzial nicht auf Praxistauglichkeit ausgelegt, alleine schon wegen der fehlenden Kühlluftöffnungen. Interessant ist der Verzicht auf Spiegel. Im Test-LKW funktioniert das System mit den beiden Kameras sehr gut. An die beiden an der A-Säule installierten LCD-Bildschirme gewöhnt sich der Fahrer relativ schnell. Zudem hat der Future Truck bereits den neuen Blind Spot Assist verbaut, der Fußgänger und Radfahrer beim Abbiegen erkennt und außerdem beim Spurwechselhilft.

Auch wenn es anfangs ungewohnt ist, lässt man sich relativ schnell auf die bekannte und lediglich kombinierte Technik zum autonomen Fahren ein. Geht es nach Daimler, soll der Future Truck schon in zehn Jahren Realität sein. Seine Vorteile liegen nach Ansicht des Stuttgarter Konzerns auf der Hand: Der Verkehr wird durch eine dann vorliegende Kommunikation zwischen den Fahrzeugen und der Infrastruktur flüssiger, menschliche Fehler lassen sich vermeiden und das teure „Gut“ Fahrer wandelt sich vom LKW-Lenker zum Transportmanager.


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