2024 hatte MAN seine letzte Schwerlastzugmaschine an die Kundschaft übergeben, dann war erst mal Schluss. Der Grund lag in der auf Effizienz und Taktzeit optimierten Produktion auf den Bändern des Herstellers, mit der die Fertigung der hochkomplexen Spezialzugmaschine zu kostspielig machten.
Nach eigener Aussage häuften sich aber die Kundenwünsche nach einem würdigen Nachfolger, die man natürlich nicht an den Wettbewerb, beispielsweise in Wörth am Rhein verlieren wollte, wo man mit dem Actros SLT schließlich auch das Thema Schwertransport beherrscht. Daher beschlossen die MAN-Verantwortlichen eine Lösung zu finden. Die wurde mit der hauseigenen Spezialabteilung „MAN Individual“ gefunden, die ab sofort für die Produktion des Vierachsers verantwortlich ist.
Die Spezialisten beginnen schon auf dem Serienband mit ihrer Arbeit und erledigen hier alle Arbeiten an der Spezialzugmaschine, die in die enge Taktzeit der Produktionsbänder in München passen. Anschließend wird das Fahrzeug im MAN Truck Modification Center in Wittlich mit Schwerlastkupplungen, verstärkter Kühlung, sowie Diesel- und Hydrauliktank ausgestattet.
Neu entwickeltes ZF-Getriebe
Wie das Vorgängermodell darf auch der neue TGX 41.640 8x4/4 mit bis zu 250 Tonnen Gesamtgewicht unterwegs sein. Kein Wunder, dass deshalb der kräftigste Dieselmotor des TGX-Portfolios hier gesetzt ist. 640 PS und 3000 Newtonmeter Drehmoment stellt der D38-Reihensechszylinder der Last entgegen.
Fast noch wichtiger also die pure Motorkraft ist bekanntlich die Kraftübertragung. Bei der kommt das von ZF neu entwickelte, automatisierte Getriebe „Traxon Torque“ zum Einsatz. Die Zwölfgang-Box ist mit einer integrierten Wandlerschaltkupplung kombiniert, die ein verschleißarmes Anfahren mit einer bis zu 1,59-fachen Drehmomenterhöhung erlaubt.
Erstes Exemplar bereits ausgeliefert
Erkennungszeichen des neuen Super-TGX ist der Technikturm hinter dem Fahrerhaus, bei dem die Kundschaft zwischen der großen GX oder der mittleren GM-Kabine wählen kann. Im Turm finden die Schwerlastkomponenten Platz. Dazu gehören neben vier Druckbehältern für 160 Liter zusätzlichen Luftvorrat auch der einen 960 Liter fassende Dieseltank sowie den 290-Liter-Tank der zweistufigen Schwerlasthydraulik.
Diese liefert Drücke bis 300 bar, arbeitet mit einem Load‑Sensing-System und stellt unabhängig von der Last 20 oder 40 l/min Ölmenge bereit – je nach Bedarf der Achslenksysteme. Ebenfalls in den Schwerlastturm integriert ist ein Schwertransportkühler, der auch bei niedrigen Geschwindigkeiten und hoher Motorlast die Motor-Temperatur stabil hält. 50 Bestellungen will MAN für seinen neuen Riesen bereits vorliegen haben. Das erste Fahrzeug wurde bereits an den Vermietpartner BFS in Crailsheim übergeben.