Semperit wird 110 Jahre alt: Totgesagte leben länger!

Stolz: Die Entwicklungsmannschaft hinter der neuen Runner-Serie
© Foto: Continental

Zum 110. Geburtstag der Marke Semperit spendiert Conti der österreichischen Tochter eine neue Reifenfamilie.


Datum:
18.08.2016
Autor:
Gregor Soller

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Nach langem Dornröschenschlaf küsst Continental seine Tochter Semperit mit einer komplett neuen Reifenserie wach. "Runner" F2, D2 und T2 lösen die "Euro"-Modelle ab, die acht Jahre lang die Stellung hielten, aber von anderen Handelsmarken und hochwertigen China-Pneus unter Druck geraten sind.

DER KONZERN ÄNDERTE SEIN ENTWICKLUNGSKONZEPT

Die Runner-Serie entstand nach eigenem Lastenheft und eigener Entwicklung, womit das Recycling abgelegter Conti-Techniken jetzt endet. Stattdessen greifen alle Töchter künftig auf den jeweils aktuellen Baukasten des Mutterkonzerns zu. Den Abstand zur Dach-Premiummarke hält man, indem man neue Technologien exklusiv für Continental entwickelt und nutzt. Und die Auswahl an einsatzspezifischen Profilen ist größer: Semperits Runner-2-Serie muss also einen Kompromiss aus Fern- und Verteilerverkehr finden und ist am ehesten mit dem Conti Hybrid vergleichbar.

Und was erwarten Fahrer von einem Semperit-Reifen? Das fragte Conti vorher ab: Neben dem Dauerbrenner Laufleistung spielt vor allem das Thema Grip eine Rolle - bedingt durch Semperits Vergangenheit als Winterreifenprofi. Entsprechend legten Cheftechniker Frank Walloch und seine Mannen los: Die runderneuerungsfähige Karkasse mit vierlagigem Gürtelpaket und den stabileren 1+5er-Stahlcorden (vorher 3+6 Cordlagen) übernahmen sie weitestgehend von Conti. Darauf kommen dann Semperit-spezifische Mischungen und Profile. Bei Antriebs- und Lenkachse sollen die Querlamellen auch dann erhalten bleiben, wenn das Profil bis auf vier Millimeter abgefahren ist.

Erfahrene Kollegen könnten dies im Alltag praktisch "erfahren": Beim Lenkachsreifen Runner F2 soll die verbesserte Laufflächenmischung mit einem neuen multifunktionalen Polymer viel höhere Laufleistungen bringen. Dieses Polymer soll deutlich rissfester sein, sodass Schnitte im Reifen nicht weiter reißen. Auch Semperit nutzt jetzt flexible, dreidimensionale Lamellen im Waffelmuster, die auch auf nasser Fahrbahn spürbar mehr Haftung bringen. Asymmetrisch in die Oberfläche eingelassene Rillen leiten laut Walloch das Wasser besser ab. Auch die Bodenaufstandsfläche wuchs, was den Fahrkomfort erhöhen und für gleichmäßigeren Abrieb sorgen soll.

Bei den Triebachsreifen D2 soll eine neue Mischung mehr Laufleistung und Grip auf nassen Pisten bringen. Die neuen Blöcke müssen dagegen Traktion und Stabilität erhöhen. Ihre asymmetrische Anordnung soll den Reifen leiser machen, was man im direkten Vergleich mit den Vorgängern hören kann. Von Conti bekannt ist das stabile Wulstdesign für mehr Haltbarkeit und Laufleistung.

FÜR DIE ZUKUNFT SIND WEITERE PROFILE UND FORMATE GEPLANT

Der Trailerreifen Runner T2 folgt mit seinem geschlossenen Profil dem Trend bei Premiumreifen und setzt auf asymmetrisch in der Oberfläche sitzende, gerade durchlaufende Außenrillen, während die inneren S-förmigen Rillen das Handling verbessern und Geräusche reduzieren sollen. Außerdem wuchs analog zu Conti die Breite (von 290 auf 310 Millimeter). Dies soll die Laufleistung im zweistelligen Prozentbereich steigern. Der bekannte "Airkeep-Innerliner" mit geänderter Molekülstruktur dürfte dafür sorgen, dass die Luft länger hält.

Bei Spritverbrauch, Nassgrip und Geräusch steht die Runner- der Conti-Hybrid-Serie nahe, wenngleich die günstigen Verbrauchswerte der Eco-Plus-Serien nicht erreicht werden. In den Dornröschenschlaf soll Semperit aber nicht mehr zurückfallen: Dazu werden künftig weitere Reifenprofile und -formate ebenso beitragen wie eine neue Baustellenserie. Womit Semperit zum 110. Geburtstag fitter ist denn je.

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