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BGL fürchtet massiv Firmenpleiten durch hohe Dieselpreise

Die Kraftstoffpreise werden immer teurer, der BGL warnt vor einer Versorgungskrise aufgrund einer drohenden Insolvenzwelle
© Foto: Marijan Murat/dpa/picture-alliance

Ohne schnelle Soforthilfen seitens der Politik sind dem BGL zufolge nicht nur die Transportbetriebe, sondern die gesamte Versorgungssicherheit in Deutschland gefährdet.


Datum:
10.03.2022
Autor:
Eva Hassa
Lesezeit: 
4 min
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Frankfurt/Main. Durch die explodierenden Kraftstoffpreise droht eine Insolvenzwelle im deutschen Transportlogistikgewerbe, warnte Professor Dirk Engelhardt, Vorstandsprecher des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), am Donnerstag auf einer Pressekonferenz des BGL. Ohne Soforthilfen seitens der Politik für das Transportgewerbe sei die Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft mit allen Gütern des täglichen Bedarfs ernsthaft in Gefahr.

Lieferketten-Kollaps befürchtet

„Um den drohenden Lieferketten-Kollaps zu vermeiden, müsse der Bundeswirtschaftsminister jetzt seine Verantwortung für den deutschen Mittelstand wahrnehmen und einen Gewerbediesel einführen, sowie einen Rettungsschirm für existenzgefährdete CNG/LNG-Flottenbetreiber aufspannen“, fordert Engelhardt.

Eine Mehrwertsteuer-Absenkung, wie sie aktuell im in der Politik im Gespräch sei, helfe den Unternehmen dagegen nicht weiter, da die Mehrwertsteuer für Unternehmen nur ein durchlaufender Posten sei. Im ersten Schritt, so der BGL-Vorstandssprecher, wäre für die Unternehmen zum Beispiel ein Preis von 1,30 Euro netto pro Liter Gewerbediesel hilfreich; ebenso würde unter anderem die Verkürzung der gesetzlichen Zahlungsziele auf zwei Wochen die Unternehmen unterstützen. Engelhardt: „Die Betriebe sind wirklich verzweifelt. Es ist auch nicht so, dass die Verlader nicht gesprächsbereit sind. Aber sie müssen auch ihre Kalkulation umstellen. Diese Zeit aber haben die Transportunternehmen nicht.“

Ernsthafte Liquiditätsprobleme trotz Diesel-Floater

Hintergrund ist, dass durch den Ukraine-Krieg die Dieselkosten mittlerweile so schnell steigen, dass den Transportunternehmen selbst Diesel-Floater nicht mehr weiterhelfen. Bislang hatten diese, wenn auch mit einem Zeitversatz von sechs bis acht Wochen, immer für einen gewissen Ausgleich gesorgt. Durch die noch immer zu niedrigen Erlösmargen im Transportgewerbe können die Betriebe diesen Zeitversatz aber oft nicht mehr vorfinanzieren.

Hinzu kommt, dass auch die Energie- und andere -preise schon seit Monaten unaufhörlich steigen, so dass das Dieselpreis-Problem quasi „on top“ dazukommt.

Zehntausende Unternehmen im Straßengüterverkehr seien deshalb, warnt der Branchenverband, hochgradig akut in ihrer Existenz gefährdet. Auch weil der Großteil der Transportbetriebe klein und mittelständisch strukturiert ist. So beschäftigen laut BGL rund 30.000 von insgesamt 47.000 Güterkraftverkehrsunternehmen in Deutschland gerade einmal ein bis neun Mitarbeiter.

Ukraine-Krieg verschärft massiv Fahrermangel

Unabhängig davon droht sich durch den Ukraine-Krieg der Fahrermangel weiter massiv zu verschärfen – mit entsprechenden Folgen für die europäische Wirtschaft. Auch davor warnt Engelhardt. Ukrainische Lkw-Fahrer erhalten in der Regel zwar keine Arbeitserlaubnis der deutschen Behörden. Allerdings arbeiten viele ukrainische Fahrer bei polnischen und litauischen Transportunternehmen/Speditionen und seien in ganz Europa unterwegs. „Jeder dritte Lkw-Fahrer, der für polnische Transportunternehmen/Speditionen im internationalen Verkehr unterwegs ist, kommt nach Angaben unseres polnischen Schwesterverbandes aus der Ukraine“, betont der BGL-Mann. Und in Litauen dürfte der Anteil mindestens ebenso groß sein. Er habe bereits von Transportunternehmen/Speditionen gehört, so Engelhardt, dass dort aufgrund der geschilderten Fahrerproblematik erste Transporte verschoben oder abgesagt werden müssen. Inwieweit sich dies auch auf die Versorgungssituation in Deutschland auswirken werde, lasse sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen. (eh)

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