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Brexit: Bis zu 36 Stunden Wartezeit für Lkw-Fahrer

Lkw stehen Schlange im Grenzkontrollbereich des Hafens von Dover in Kent, aufgenommen am 22. Januar 2021
© Foto: Gareth Fuller/empics/dpa/picture alliance

Der Brexit belastet den Handel zwischen der EU und Großbritannien. Vor allem bei der Zollabwicklung müssen sich die Abläufe erst einspielen. Darunter leiden aktuell besonders die Berufskraftfahrer.


Datum:
08.02.2021
Autor:
dpa/Stephanie Noll
Lesezeit: 
2 min
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Berlin. Seit dem Inkrafttreten des neuen Handelsabkommens zwischen der EU und Großbritannien ruckelt es im Warenverkehr zwischen der Insel und dem Kontinent: Weil sich viele Abläufe vor allem bei der Zollabwicklung noch einspielen müssten, steckten viele Lastwagenfahrer laut Branchenverband oft stundenlang auf britischer Seite fest. „Es kam bereits vor, dass mit englischen Waren für den Kontinent beladene Lkw wieder zum Absender zurückgeroutet wurden, weil die Verzollung an der Grenze GB/EU nicht sichergestellt war“, kritisierte der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL).

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen hätten große Probleme, die neuen Regelungen zu überblicken und einzuhalten. „Wir haben in Großbritannien zudem einen chronischen Engpass an Zollagenten“, sagte der BGL-Hauptgeschäftsführer, Dirk Engelhardt, der Deutschen Presse-Agentur. Solche Agenten kümmern sich für ihre Kunden in der Regel um die Zollformalitäten.

Verkehrschaos an der Grenze droht

Lastwagenfahrer, die von Großbritannien zurück in die EU wollten, müssten im britischen Hinterland 12 bis 36 Stunden vor allem beim Warten auf die Zollpapiere ausharren, sagte Engelhardt. Durch längere Abfertigungszeiten von Tausenden Lastwagen an der Grenze drohe zudem ein Verkehrschaos. Laut BGL sind für tierische und pflanzliche Produkte inzwischen zusätzliche Dokumente fällig, die zudem nicht billig seien. „Manche Transportunternehmen lehnen Fahrten nach Großbritannien inzwischen ab, weil die Unsicherheiten auf dem Rückweg zu groß sind.“

Selbst große Logistik-Konzerne wie die Deutsche-Bahn-Tochter DB Schenker hatten zuletzt die Auswirkungen des Brexits und dem nun vereinbarten Handelsabkommen zu spüren bekommen. Im Januar nahm Schenker vorübergehend keine Sendungen mehr aus der EU nach Großbritannien an, weil bei einem Großteil der Lieferungen Dokumente fehlten und die Mitarbeiter mit der Nachverfolgung nicht hinterher kamen. So mancher Einzelhändler auf beiden Seiten hat Lieferungen aus oder in die EU bereits eingestellt.

Frachtpreise könnten erheblich steigen

Mittelfristig gehe er davon aus, dass aus all diesen Gründen die Frachtpreise deutlich steigen werden, „um bis zu 50 Prozent“, sagte Engelhardt. Außenhandelsexperten gehen auf Nachfrage allerdings davon aus, dass sich zumindest die Probleme bei der Zollabwicklung mittelfristig lösen werden. Solche Anlaufschwierigkeiten seien normal, hieß es vom Bundesverband Großhandel Außenhandel Dienstleistungen (BGA).

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