Effektivere Blitzer

So sieht die sogenannte Section Control in Österreich aus
© Foto: Asfinag

Niedersachsen kontrolliert die Geschwindigkeit ab 2015 streckenbezogen.


Datum:
21.10.2014
Autor:
Michael Simon

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Niedersachsen testet ab dem Frühjahr 2015 ein Strecken-Radar. Die sogenannte Section Control misst die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer über eine längere Strecke. Dazu fotografiert die Anlage zu Beginn des Abschnitts die Fahrzeuge von hinten und speichert die Daten verschlüsselt. Am Ende der Strecke werden die Fahrzeuge erneut erfasst. Wer den Abschnitt in zu kurzer Zeit zurückgelegt hat, löst einen Blitzer aus, der das Fahrzeug von vorne mit Fahrer und Kennzeichen aufnimmt. Die Daten des Temposünders werden übermittelt, diejenigen der ordnungsgemäß Fahrenden sofort gelöscht. Als Teststrecke ist die unfallträchtige B 6 südlich von Hannover im Gespräch.

Der große Vorteil gegenüber punktuellen Blitzern ist, dass Autofahrer über eine längere Strecke nicht zu schnell fahren dürfen. Das Abbremsen vor und das Beschleunigen nach bekannten Messanlagen entfällt mit dem Strecken-Radar und macht den Streckenfluss ruhiger. "In Gefahrenbereichen wie zum Beispiel Unfallhäufungsstrecken, Tunnelanlagen oder Baustellen wird die Verkehrssicherheit effektiv erhöht", glaubt Detlev Lipphard, Verkehrstechniker beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat DVR.

Bereits 2009 hatte der Deutsche Verkehrsgerichtstag VGT einen Modellversuch in einem deutschen Bundesland befürwortet. Überhöhte Geschwindigkeit ist die Ursache bei jedem dritten Verkehrstoten. In Österreich, der Schweiz und den Niederlanden gibt es das Strecken-Radar seit einigen Jahren. Laut Angaben des Europäischen Verkehrssicherheitsrates ETSC halbierten sich auf einigen Autobahnabschnitten die Anzahl der tödlichen Unfälle und der Geschwindigkeitsüberschreitungen.

"Mit der Abschnittskontrolle können auch unterschiedliche Limits von PKW und LKW überwacht werden. Hierfür wird in der Regel die Fahrzeuglänge oder ein anderes Klassifikationsmerkmal zur Unterscheidung eingesetzt", sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Verkehrsministeriums auf Anfrage des TRUCKER. Somit sei eine Verfolgung von Verstößen möglich, wenn zum Beispiel ein LKW in einer Tempo-100-Zone 90 km/h schnell fährt.

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