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Experte warnt vor Schwertransport-Begegnungen auf Brücken

13.06.2023 15:03 Uhr | Lesezeit: 2 min
Schwertransport
Das Problem für die Belastung der Brücken sei nicht so sehr das Gesamtgewicht, sondern die hohen Lasten pro Achse eines Transporters (Symbolbild)
© Foto: Günter Menzl - Fotolia

Wegen der Sperrung der Nord-Süd-Verbindung leidet nicht nur die Region um Lüdenscheid. Ein Untersuchungsausschuss des Landtags soll Antworten liefern.

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Ein Brückenbauexperte hat vor zufälligen Begegnungen von Schwertransporten auf älteren Brücken gewarnt. Bei solchen Begegnungen komme es zu einer Überlastung, die zu Schäden an der Brücke wie Rissen führen könne, sagte Prof. Reinhard Maurer (TU Dortmund) im Untersuchungsausschuss des Landtags zum Brückenbau.

Es gebe Spezialkräne mit bis zu 90 Tonnen Gewicht, die mit einer Dauerausnahmegenehmigung als Schwertransporte fahren dürfen. Wenn diese auf der Brücke Schwertransporten begegnen, werden die in den 1960er Jahren errechneten Traglasten trotz Reserven überschritten.

Damals hätten Lkw noch maximal 24 Tonnen gewogen. Die Brücke stürze bei einer solchen Überlastung zwar nicht ein, die dabei entstehenden Schäden könnten sich aber im Lauf der Zeit verschlimmern.

Inzwischen gebe es bundesweit rund 8000 Brücken mit einer relativ schlechten Bewertung beim sogenannten Traglastindex. Es sei eine Generationenaufgabe, diese Bauwerke zu sanieren, sagte Prof. Gero Marzahn.

Den Sanierungsstau führten die Experten neben der enormen Zunahme des Verkehrs und schweren Transporten auch auf die Deutsche Einheit zurück: "Die Gelder sind danach in die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit geflossen. Die haben jetzt eine deutlich bessere Verkehrsinfrastruktur als wir hier. Den entstandenen Sanierungsstau kann man nicht so einfach abarbeiten."

Dennoch sei er optimistisch, dass der Fall der Rahmede-Brücke, der zu einer dauerhaften Vollsperrung der A45 führte, die Ausnahme bleibe, sagte Marzahn. Nach Rahmede seien entsprechende Untersuchungsprogramme angeschoben worden, die ihn zuversichtlich stimmten.

Auch Prof. Maurer sagte, eine Wiederholung des Desasters mit der Rahmede-Brücke sei "sehr unwahrscheinlich". Die Brücke zeichne sich durch eine eher seltene Bauweise aus, die sich nun als besonders anfällig erwiesen habe. Das Problem für die Belastung der Brücken sei nicht so sehr das Gesamtgewicht, sondern die hohen Lasten pro Achse eines Transporters, so die Experten.

"Die hohen Achslasten wirken auf die Schweißnähte", sagte Marzahn. Deswegen könne ein falsch beladender Transporter trotz zulässigen Gesamtgewichts Schäden verursachen, weil die Lasten ungleich auf die Achsen verteilt sind. 

Der Untersuchungsausschuss des Landtags zum Sanierungsstau bei den Brücken in Nordrhein-Westfalen begann am Montag mit seiner Aufklärungsarbeit.

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