In Reih' und Glied

Vorhandener Raum wird auf der Rastanlage Montabaur besser genutzt.
© Foto: Gerhard Grünig

Systematisches LKW-Parken soll die Platzsituation entschärfen. Pilotprojekt ist die Rastanlage Montabaur an der A3.


Datum:
30.07.2012
Autor:
Gerhard Gruenig

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Der Zeitpunkt war gut gewählt: Verkehrssicherheits-Woche in Rheinland-Pfalz. Schauplatz ist die Rastanlage Montabaur an der A3, die bereits seit einigen Jahren über eine Platzanzeige für LKW verfügt. RP-Innenminister Roger Lewentz (SPD) betonte bei der aktuellen Erweiterung der Anlage , dass es nicht nur um mehr Sicherheit geht. "Vor allem wollen wir eine entspannte Situation für LKW-Fahrer schaffen, die einen vernünftigen Platz zum Pausieren und Schlafen suchen."

Kernpunkt der Neuausrichtung ist ein intelligentes Platzmanagement, das den Fahrzeugen einen von der Abfahrtszeit abhängigen, kostenlosen Parkplatz zuweist. Ganz vorne steht, wer etwa um 5:00 Uhr zurück auf die Bahn will. Dahinter diejenigen, die 5:15 oder 5:30 Uhr starten. So wird der vorhandene Raum besser genutzt.

Falls das System Schule macht, sind trotz unveränderter Fläche wenigstens 70 Prozent mehr Parkkapazität möglich - in Montabaur konnte die Zahl der Parkplätze sogar von 42 auf 84 verdoppelt werden. Der zusätzliche Platz soll verhindern, dass LKW bis auf den Verzögerungsstreifen der Autobahn stehen oder Wege auf dem Gelände zuparken.

"Wir wollen vormachen, wie durch eine bessere Nutzung der bestehenden Infrastruktur ein Plus an Verkehrssicherheit erzeugt werden kann", sagt Lewentz. Wie der Minister vorrechnete, seien die Kos ten für telematisch gesteuertes Parken im Vergleich zur baulichen Erweiterung gering - abgesehen von der gesparten Fläche. Das Parksystem in Montabaur verzichtet auf Personal und arbeitet ausschließlich auf Basis einer automatischen Parkplatz-Organisation.

EINFACHES HANDLING: ZEIT UND TYP EINGEBEN

Der Fahrer gibt in einer von 16 Sprachen am Terminal Fahrzeugtyp sowie geplante Abfahrtszeit ein. Auf Basis dieser Daten weist das System einen geeigneten Platz zu. Die ausgewählte Parkreihe wird mit Lichtsignalanlagen angezeigt. Unmittelbar dort wird der LKW-Fahrer zudem über leuchtende Pfeile quasi "eingewiesen".

Neu ist ein laserbasiertes Restlängen-Messsystem. Es analysiert, ob sich in der vorhandenen Parklinie noch weitere Fahrzeuge mit späterer Abfahrtszeit abstellen lassen. Zudem erkennt es auch, ob das Fahrzeug in der richtigen Reihe steht und disponiert bei Bedarf um. Auch wenn Rheinland-Pfalz bis dato keine Freigabe für die 25,25-Meter-Euro-Kombis erteilt hat, kommt das System damit ebenso klar wie mit kurzen Solo-LKW.

Die Kosten für das Pilotprojekt in Montabaur belaufen sich auf rund 625.000 Euro - ein Bruchteil der Baukosten, die bei einer herkömmlichen Anlage für zusätzliche 42 Parkplätze hätte aufgewendet werden müssen.

Für die Zukunft ist geplant, die freien Plätzen via Internet zu melden, damit Fahrer oder Disponenten sich über noch vorhandene Kapazitäten informieren können. "Eine Vorreservierung ist bei dieser Systematik leider nicht möglich", erklärt Minister Lewentz. "Das würde die Sortierung der Fahrzeuge nach Abfahrtszeit durcheinanderbringen."

Übrigens gibt es nach bisherigen Erfahrungen keine Probleme, wenn sich an der geplanten Abfahrtszeit geringfügig etwas ändert: "Weil alle Fahrzeuge mit ähnlicher Abfahrtszeit nebeneinander stehen, ist dann meist auf der rechten oder linken Spur ein Platz zum Vorbeifahren frei - selbst wenn der Vordermann verpennt haben sollte", resümiert Lewentz.

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