Mit selbst gemalten Bildern und klaren Botschaften werben Kinder künftig auf deutschen Autobahnen für mehr Verkehrssicherheit. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) haben sieben neue Motive der Kampagne „Runter vom Gas“ vorgestellt. Ab Anfang Oktober werden die Plakate auf rund 700 Werbeflächen entlang deutscher Autobahnen zu sehen sein.
Im Mittelpunkt stehen die häufigsten Ursachen schwerer Unfälle auf Autobahnen: zu geringer Sicherheitsabstand, überhöhte Geschwindigkeit und Ablenkung am Steuer. Die Botschaften stammen direkt von Kindern und reichen von „Abstand halten!“ bis zu Warnungen vor der Smartphone-Nutzung während der Fahrt.
Kinder rücken Ablenkung am Steuer in den Fokus
Für die Plakataktion hatten zahlreiche Kinder Zeichnungen zu den drei Unfallursachen eingereicht. Auffällig war dabei die hohe Zahl von Motiven zum Thema Handy am Steuer. Viele Bilder zeigen Fahrer, deren Blick nicht auf die Straße gerichtet ist oder die während der Fahrt ihr Smartphone nutzen.
Nach Einschätzung des DVR verdeutlichen die Einsendungen, wie aufmerksam Kinder das Verhalten Erwachsener im Straßenverkehr beobachten. Die Bilder sollen deshalb nicht nur Aufmerksamkeit erzeugen, sondern auch zum Nachdenken über das eigene Fahrverhalten anregen.
Sieben Motive statt der üblichen drei
Ursprünglich waren für die neue Plakatstaffel lediglich drei Motive vorgesehen. Aufgrund der großen Resonanz und der Qualität der Einsendungen entschieden sich die Verantwortlichen jedoch erstmals für sieben unterschiedliche Plakate.
Die ausgewählten Motive werden bundesweit auf Autobahnen eingesetzt und richten sich insbesondere an Pkw- und Lkw-Fahrer. Ziel ist es, für mehr Rücksichtnahme und Verantwortungsbewusstsein im Straßenverkehr zu werben.
Kampagne setzt auf emotionale Ansprache
Die Aktion geht auf eine öffentliche Befragung aus dem Jahr 2025 zurück. Damals hatte die Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“ nach geeigneten Botschaften für Autobahnplakate gesucht. Aus den Vorschlägen wurden verschiedene Kampagnenkonzepte entwickelt, über die die Öffentlichkeit abstimmen konnte.
Die Idee mit Kinderzeichnungen setzte sich dabei deutlich gegen andere Vorschläge durch. Anschließend wurden Kinder aufgerufen, eigene Motive einzureichen. Die Veranstalter sehen darin eine besonders wirkungsvolle Möglichkeit, Verkehrsteilnehmer an ihre Verantwortung zu erinnern.
Abstand, Tempo und Aufmerksamkeit bleiben zentrale Themen
Für die Verkehrssicherheitsarbeit bleiben die drei Schwerpunktthemen Abstand, Geschwindigkeit und Ablenkung weiterhin von zentraler Bedeutung. Gerade die Nutzung von Smartphones während der Fahrt gilt als wesentlicher Risikofaktor im Straßenverkehr.
Mit den neuen Plakaten soll deshalb vor allem das Bewusstsein für rücksichtsvolles Verhalten geschärft werden. Die Botschaften der Kinder setzen dabei weniger auf Schockeffekte als auf einen emotionalen Appell an die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmer.
Für die Transport- und Logistikbranche sind die Themen ebenfalls relevant. Sicherheitsabstand, angepasste Geschwindigkeit und ungeteilte Aufmerksamkeit am Steuer gehören zu den wichtigsten Voraussetzungen für die Vermeidung von Unfällen im Güterverkehr und auf stark belasteten Autobahnen.