Neuer Pickup von Renault heißt "Alaskan"

Der "Alaskan" orientiert sich an den aktuellen Renault-Pkw und basiert auf dem Nissan Navara
© Foto: Gregor Soller

Operation gelungen: Renaults Einstand ins Pickup-Segment


Datum:
04.09.2015
Autor:
Gregor Soller

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Alaska in Paris: In der französischen Hauptstadt stellte Renault sein leichtes Nutzfahrzeugprogramm vor. Das umfasste neben den Euro-6-Varianten der Pkw-Versionen von Master und Trafic auch die neuen Pickups Oroch und Alaskan. Letztere bezeichnete der Vorstand des LCV-Geschäftes, Ashwani Gupta, als essenziellen Baustein für die Wachstumsstrategie der Franzosen.

Während die Transporter alle Eigengewächse sind und teils auch von anderen Herstellern genutzt werden (der Kangoo bildet die Basis für den Mercedes-Benz Citan, der Trafic wird als Opel Vivaro und künftig auch als Fiat Scudo angeboten), nutzt Renault bei den Pickups Derivate von Dacia und Nissan: Der Oroch, der vor allem für den südamerikanischen Markt wichtig ist, und dessen Markteinführung in Europa nicht auf dem Plan steht, baut auf dem Dacia-SUV Duster auf, dem man eine Pritsche angehängt hat.

Der Alaskan, den Renault noch als Konzeptfahrzeug zeigte, basiert dagegen auf dem neuen Nissan Navara, der aktuell präsentiert und bis zum Jahresende in Europa eingeführt wird. Entsprechend werden die Franzosen einen zeitlichen Respektabstand halten und zeigten ihre Version vorerst nur als Showcar mit einigen Details, die so nicht in Serie kommen werden: Darunter blaue Beleuchtungselemente und Kamera-Außenspiegel. Ebenso wenig dürften es die Riesenräder, messingfarbenen Abschleppösen und das Solarpaket am Dach in die Serie schaffen. Im Innenraum vereitelte eine große Platte den Blick auf die endgültige Gestaltung, die sich aber auch vom Nissan unterscheiden wird, wie Renault-Design-Chef Laurens an den Acker durchblicken lies. Trotzdem hat der Niederländer ganze Arbeit geleistet und die Markenkerne etwas auf den Kopf gestellt: Während man bei den 3,5-Tonnern den Nissan NV 400 fast als gelungener als den Renault Master  bezeichnen muss, sieht bei den Pickups der Renault Alaskan dynamischer und kräftiger aus als der Navara  auf jeden Fall gelang van den Acker ein schicker und glaubhafter Renault-Pickup.

Der wird in Deutschland aller Vorraussicht nach erst Mitte 2017 starten – eventuell zeitgleich mit dem Daimler-Derivat des neuen Pickup-Triples, das ebenfalls auf dem Navara aufbaut. Die Technik übernimmt der Alaskan weitgehend von seinem Konzernbruder. Heißt: Klassischer Zuschalt-Allrad mit Untersetzung, der per Drehschalter aktiviert wird. Für Sicherheit sorgen ESP samt Traktionskontrolle und eine Bergabfahrhilfe. Wahlweise stehen je nach Markt Clubcab oder Doppelkabine, 4x2- und 4x4-Versionen, Schalt- und Automatikgetriebe zur Verfügung.

Unter der Haube arbeitet auch beim Renault der aus dem Master bekannte, überarbeitete 2,3-Liter-Vierzylinder-Diesel, der mit Single-Turbo 160 PS und 403 Newtonmeter leistet und als Twinturbo-Version  190 PS und  450 Newtonmeter bietet. Portioniert werden Leistung und Kraft über eine Sechsgang-Handschaltung und optional über eine Siebengang-Automatik. Für den europäischen Markt wartet Nissan bei den Double-Cab-Modelle statt der blattgefederten Starrachse mit einer Mehrlenker-Achse samt Schraubenfedern auf, was den Federungskomfort erheblich verbessern dürfte. Auch die dürfte Renault übernehmen. Die Nutzlast soll je nach Version bei einer Tonne, die Anhängelast bei üppigen 3,5 Tonnen liegen.

Die Preise des Nissan dürften gegenüber dem Vorgänger leicht nach oben angepasst werden und orientieren sich an der Konkurrenz, was netto rund 23.000 Euro für die Grundversion bedeuten dürfte. Je nach Programm und Ausstattung könnte Renaults „Alaskan“ leicht darüber liegen. (gs)

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