Die befristete Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe endet wie geplant Ende Juni 2026 – ausgerechnet zum Beginn der Sommerferien in vielen Bundesländern. Angesichts des anhaltenden Iran‑Kriegs und weiterhin hoher Ölpreise drohen danach erneute Preissprünge an den Tankstellen.
Ob der Staat noch einmal eingreift, ist offen. Während CSU‑Chef Markus Söder eine Verlängerung des sogenannten Tankrabatts ins Spiel bringt, zeigen sich Vertreter der SPD sowie der Bundesregierung bislang zurückhaltend.
Entlastung von rund 17 Cent je Liter
Die temporäre Maßnahme war Anfang Mai als Reaktion auf stark steigende Kraftstoffpreise eingeführt worden. Die Energiesteuer wurde um 14,04 Cent je Liter gesenkt. Inklusive Mehrwertsteuer ergibt sich eine Entlastung von rund 16,7 Cent pro Liter.
Für den Staat bedeutet das geschätzte Steuerausfälle von bis zu 1,6 Milliarden Euro.
Preise zuletzt stabil – Lage bleibt angespannt
Aktuell haben sich die Spritpreise bei etwa zwei Euro pro Liter stabilisiert. Nach Angaben des ADAC lag der Durchschnitt zuletzt bei:
- Super E10: 1,998 Euro je Liter
- Diesel: 1,991 Euro je Liter
Bemerkenswert ist, dass Diesel damit zuletzt wieder leicht unter dem Benzinpreis lag – nach einer Phase im Frühjahr, in der Diesel deutlich teurer war.
Politik uneins über Verlängerung
Die Diskussion über eine mögliche Verlängerung des Tankrabatts ist politisch umstritten. Söder hält eine Fortsetzung für denkbar, falls das Preisniveau hoch bleibt. In der Bundesregierung wird dagegen betont, dass man die Entwicklung zunächst abwarten wolle.
Vertreter der SPD sehen die Maßnahme kritisch. Eine dauerhafte Steuersenkung sei keine nachhaltige Lösung, vielmehr müssten zielgerichtete Entlastungen für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen entwickelt werden.