VDA sieht Nachholbedarf bei Ladepunkten für Lkw

31.08.2026 08:22 Uhr | Lesezeit: 3 min
E-Lkw beim Laden
Der VDA fordert schnelleren Ausbau von Lkw-Ladestationen (Symbolbild)
© Foto: somneuk/ AdobeStock

Der VDA sieht die Ladeinfrastruktur als größten Engpass für E-Lkw. Der Verband fordert mehr Schnelllader und schnellere Netzanschlüsse.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnt vor erheblichen Defiziten beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge. Nach Angaben des Verbands waren im Juli bundesweit lediglich 88 Standorte mit 355 Ladepunkten für Lkw in Betrieb. Aus Sicht des VDA reicht das bei weitem nicht aus, um den Hochlauf batterieelektrischer Nutzfahrzeuge zu unterstützen.

Der Verband sieht insbesondere die fehlende Ladeinfrastruktur als größten Hemmschuh für die Transformation des Straßengüterverkehrs.

Ausbaupläne reichen nicht aus

Nach aktuellen Planungen sollen bis 2030 in Deutschland rund 4.200 öffentliche Ladepunkte für schwere Nutzfahrzeuge entstehen. Vorgesehen sind unter anderem 1.800 Megawatt-Ladesäulen (MCS) sowie weitere 2.400 Ladepunkte mit geringerer Leistung entlang zentraler Verkehrskorridore.

Nach Einschätzung des VDA bleibt dieses Ausbauziel jedoch hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. Der Verband rechnet bis 2030 mit einem Bedarf von rund 4.000 Megawatt-Ladepunkten allein in Deutschland.

Megawatt-Laden gilt als Schlüssel

Besonders für den Fernverkehr seien leistungsstarke MCS-Ladesysteme entscheidend. Nur mit entsprechend kurzen Ladezeiten könnten Fahrer ihre gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten effizient nutzen und gleichzeitig ausreichend Energie für lange Strecken nachladen.

Aus Sicht der Branche müssen daher sowohl Ladeinfrastruktur als auch Stromnetze deutlich schneller ausgebaut werden.


Europaweit fehlen tausende Ladepunkte

Auch auf europäischer Ebene sieht der VDA erheblichen Handlungsbedarf. Nach Verbandsangaben standen im Juli europaweit lediglich 730 öffentliche Ladepunkte mit einer Leistung von mehr als 350 Kilowatt speziell für schwere Nutzfahrzeuge zur Verfügung.

Bis 2030 werden nach Einschätzung des europäischen Herstellerverbands ACEA jedoch rund 35.000 Schnellladepunkte benötigt. Besonders in wichtigen Transitländern wie Polen und Tschechien bestehen nach Angaben des VDA weiterhin große Versorgungslücken.



Depotladen gewinnt an Bedeutung

Neben öffentlichen Ladepunkten spielt das Laden auf Betriebshöfen eine zentrale Rolle für die Elektrifizierung des Güterverkehrs. Der VDA geht davon aus, dass ein Großteil der künftig benötigten Ladeleistung über unternehmenseigene Infrastruktur bereitgestellt werden muss.

Der Verband kritisiert jedoch langwierige Genehmigungsprozesse, hohe Anschlusskosten sowie fehlende Netzkapazitäten. Insbesondere bei größeren Ladehubs könnten Netzanschlüsse teilweise erst nach mehreren Jahren realisiert werden.

Branche fordert mehr Tempo

Die Nutzfahrzeugindustrie sieht sich nach eigenen Angaben technisch gut aufgestellt und bietet bereits zahlreiche emissionsfreie Fahrzeuge für unterschiedliche Einsatzprofile an. Damit diese jedoch im großen Maßstab eingesetzt werden können, seien deutlich bessere Rahmenbedingungen erforderlich.

Aus Sicht des VDA muss die Politik den Ausbau von Ladeinfrastruktur und Stromnetzen beschleunigen, um die selbst gesetzten Klimaziele im Straßengüterverkehr erreichen zu können.

HASHTAG

#Ladeinfrastruktur


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