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Fahrer können Sattel- oder Gliederzug wählen


Datum:
18.11.2020
Autor:
Stephanie Noll
Lesezeit: 
5 min
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Berufskraftfahrer Thomas Schmieder (43) fährt den Oberleitungs-Lkw
© Foto: TRUCKER/Stephanie Noll

Das Fahrgefühl findet Schmieder wesentlich besser als bei einem „normalen“ Lkw. Auch das Andocken mit dem Stromabnehmer an der Oberleitung ist für ihn mittlerweile keine Herausforderung mehr. „Von hundert Versuchen gehen vielleicht zwei schief“, sagt er. Und noch einen Vorteil sieht der Fahrer: „Man kann die Pkw ärgern. Der kann so schnell beschleunigen, damit rechnen die nicht.“ Da würde er oft ein paar verdutzte Blicke ernten, berichtet er augenzwinkernd. Einmal im Monat muss Schmieder aber auf „El Leon“, wie der Lkw getauft wurde, verzichten. Dann kommt dieser ein bis zwei Tage zur Prüfung und zum Datenauslesen in die Werkstatt. Schon seit zehn Jahren arbeitet Schmieder als Berufskraftfahrer. Mit seinem aktuellen Arbeitgeber ist der gelernte Optiker zufrieden: „Ich bin sehr gut aufgenommen worden.“

Außer ihm sind derzeit noch weitere 52 Fahrer bei Schanz tätig. Allen bieten Seibert und Hemmel die Möglichkeit, sich auszusuchen, ob sie Sattel- oder Gliederzug und mit oder ohne Zusatzequipment fahren wollen. Am Wochenende muss niemand unterwegs sein, denn die Spedition fährt hauptsächlich im innerdeutschen Verkehr. „In der Regel sind die Fahrer alle zwei Tage zu Hause“, sagt Seibert. Auch private Termine werden bei der Disposition berücksichtigt.

Die Disponenten Sven Aldick und Moritz Ramb bei der Arbeit
© Foto: RUCKER/Stephanie Noll

Die Spedition bildet Berufskraftfahrer selber aus

Trotzdem haben die Schanz-Chefinnen hin und wieder Schwierigkeiten, Fahrpersonal zu finden. Um das Problem abzumildern, bildet der Betrieb seit 15 Jahren selber aus. Aktuell absolvieren drei angehende Berufskraftfahrer ihre Ausbildung im Unternehmen. „Wir können die jungen Leute so gezielt auf unsere Anforderungen hin ausbilden“, sagt Seibert. Schulabgängern mit dem Berufswunsch Berufskraftfahrer, die noch keinen Führerschein machen können, empfiehlt sie, zuerst eine Ausbildung zum Fachlageristen zu absolvieren und anschließend eine verkürzte BKF-Ausbildung dranzuhängen. Ihre Schwester und sie haben neben den üblichen Wegen 2019 auch schon mit einer Facebook-Kampagne versucht, neue Fahrer zu finden. „Dadurch hatten wir auf einmal über 40 Interessenten, die wir erst mal filtern mussten“, berichtet Hemmel.

Einige Bewerber wurden eingestellt, am Ende sei allerdings nur einer übrig geblieben, so die 42-Jährige. Dass in dem Bereich so ein Mangel herrscht, könnte nach Ansicht der Spediteurinnen auch am schlechten Ruf des Berufsbildes liegen. Sie wünschen sich deshalb, dass den Fahrern mehr Wertschätzung entgegengebracht wird. „Dass es nicht immer heißt: Die blöden Lkw verstopfen die Straßen und machen Dreck und Krach. Das ist auch gar nicht mehr so“, betont Seibert.


Fünf Fragen an die Chefin:

Welches Lohnmodell bieten Sie Ihren Fahrern?

Sie bekommen ein Festgehalt, Spesen, Urlaubsgeld und Sonderzahlungen – je nach wirtschaftlicher Lage des Unternehmens. Sonderzahlungen gibt es für jeden Mitarbeiter in der Regel einmal im Jahr anstelle von Weihnachtsgeld. Wir überdenken unser Gehaltsmodell aber gerade, vielleicht wird eine Monats- oder Schadensfreiheitsprämie eingeführt.

Mit welchen Eigenschaften hat man als Fahrer bei Ihnen gute Chancen?

Gewisse Grundkenntnisse der deutschen Sprache sollten die Fahrer mitbringen. Sonst erschwert das die Kommunikation mit den Disponenten und den Kunden.
Ansonsten wäre es gut, wenn sie die Führerscheinmodule schon absolviert haben – wobei wir auch bereits beschleunigte Grundkurse mit Mitarbeitern gemacht haben. Und wir stellen gerne Fahrer ein, die mit einem Mitnahmestapler umgehen können. Einen Vorteil haben außerdem
Bewerber, die nicht nur Sattel-, sondern auch Gliederzug fahren können.

Dürfen die Fahrer beim Fuhrpark mitreden?

Wir haben einen reinen Scania-Fuhrpark, da bleiben keine Wünsche offen. Die Fahrzeuge sind prinzipiell sehr gut ausgestattet. Für Sonderwünsche müssen die Fahrer selber aufkommen.

Werden Weiterbildungen von Ihrem Unternehmen bezahlt und wo finden sie statt?

Grundsätzlich bezahlen wir alles, was die Fahrer bei uns brauchen – etwa den ADR-Schein für Gefahrgut, den Stapler- oder den Kranschein. Auch die Kosten für Pflichtfortbildungen übernehmen wir. Alle Fortbildungen, die der Fahrer nicht für seinen Arbeitsalltag benötigt, bezuschussen wir zu 50 Prozent – aktuell beispielsweise bei einem Fahrer, der berufsbegleitend seinen Verkehrsfachwirt macht. Schulungen finden sowohl intern als auch extern statt.

Wie ist Ihr Unternehmen vor Ort eingebunden?

Wir engagieren uns für Vereine in der näheren Umgebung, da wissen wir, dass das Geld auch ankommt. Unter anderem sponsern wir das Fußball-Jugendturnier des SV Traisa, den „Schanz-Cup“. Dieses Jahr unterstützen wir noch einen örtlichen Tennisclub. Auch für den Reitverein, die Schule in Ober-Ramstadt oder bei Karnevalsveranstaltungen haben wir uns schon engagiert.



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