Showtruck Resident Evil: Teuflisch gut!

Jenseits des Ärmelkanals liebt man es martialisch und heldenhaft
© Foto: Richard Kienberger

Das Videospiel "Resident Evil"stand Pate für diesen martialischen Showtruck. Besitzer Julian Davis wollte zur Abwechslung einmal "was Böses".


Datum:
19.05.2015
Autor:
Richard Kienberger

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Es soll ja Menschen geben, die sich nicht dem Ansturm der modernen Medien beugen. Die noch mit einem alten Nokia-Knochen telefonieren oder Videospiele allenfalls vom Hörensagen kennen. Wer sich dagegen gern in der virtuellen Welt bewegt, kennt "Resident Evil". Das Videospiel kam Mitte der 90er-Jahre auf den Markt und wurde seither in etlichen Fortsetzungen weiterentwickelt. Die Serie gehört zum Genre Survival Horror und gilt als dessen Inbegriff: Unheimliche Kreaturen greifen da den Spieler an, der sich wehren und nebenbei noch Rätsel lösen muss. Es mutet daher zunächst als ziemlich schräges Vorhaben an, solcherart virtuellen Horror auf den Lack seines Trucks sprühen zu lassen. "Ist denen denn nichts Besseres eingefallen?", ist der erste Gedanke, wenn man von Julian Davis' Idee zur Verschönerung seines Sattelzugs hört.

JENSEITS DES ÄRMELKANALS LIEBT MAN ES MARTIALISCH UND HELDENHAFT

Aber Julian kommt aus Irland, genauer gesagt aus der Ortschaft Clifden in der Grafschaft Galway. Auf dieser Seite des Ärmelkanals hat man es ja gerne ein wenig martialischer. Horror, Superhelden und die glorreichen Schlachten, die heldenhafte Vorfahren vor Hunderten von Jahren gegen wen auch immer geschlagen haben, sind in Großbritannien oder Irland immer wieder gerne genommene Sujets.

Julians erster Showtruck "Connemara" hatte ebenfalls mit der Geschichte seines Heimatlandes zu tun, war aber eine recht friedliche Hommage an die Region, in der er lebt und arbeitet. "Na ja, dieser Truck war jetzt einige Zeit auf der Straße und sollte dringend renoviert werden," erzählt der leutselige Ire, der mit dem Scania Asphalt transportiert und selbst rund 180.000 Kilometer im Jahr fährt. Den Hauber hat er kürzlich mit der Kippmulde komplettiert. Auf die Idee, Kreaturen aus den Resident-Evil-Games als Motiv zu verwenden, kam Julian, nachdem er den gleichnamigen Film gesehen hatte, der auf der Videospielreihe basiert. Das ukrainischamerikanische Supermodel Milla Jovovich spielt darin die Hauptrolle. "Eigentlich hat mir der Film gar nicht besonders gefallen", sagt Julian. "Aber diese ganze virtuelle Umgebung passte für mich perfekt für den Hauber. Ich wollte dieses Mal unbedingt etwas Böses als Thema haben."

Was beim Blick auf das Prachtstück nicht zu übersehen ist: Monster mit Krallen, die so groß wie ihr Kopf sind, zieren die Front des Trucks. Auf der Fahrerseite erstreckt sich ein einäugiges Fabelwesen mit aufgerissener Brust und eisernen Pranken über Haube und Tür' das an Hässlichkeit kaum zu überbieten ist. Das Panoptikum auf Truck und Trailer umfasst außerdem noch untergehende U-Boote, UFO-ähnliche Fluggeräte, berstendes Glas und natürlich die überirdisch schöne Actrice Jovovich. Glücklicherweise hat der Airbrusher von Julien einen perfekten Job abgeliefert.

JULIANS ZIEL IST, DEN SPIRIT DER SZENE NACH IRLAND ZU ÜBERTRAGEN

Julian Davis geht es offenbar wie vielen stolzen Besitzern von aufgemotzten Trucks: Sie sind von einem Virus infiziert, gegen den (außer Geldmangel) kein Kraut gewachsen ist. Es beginnt mit einem Lkw und etwas mehr Zierrat als üblich. Dann folgen der erste Versuch mit Airbrushmotiven und das Schnuppern auf vielen Festivals - in Davis' Fall mit dem Connemara-Scania. Dort trifft man auf Größen der Szene, was die eigenen Ambitionen wachsen lässt. Der Ire wählte sich einen der bekanntesten Namen als Vorbild: "Ich ließ mich bei Resident Evil von Juha Ristimaa inspirieren. Der gehört sicher zu den führenden Show-Truckern in Europa. Ich habe mir vorgenommen, den Spirit, den Juha und einige andere aus Finnland und Schweden mit ihren Trucks transportieren, nach Irland zu bringen." Über das Motiv kann man geteilter Meinung sein. Aber dass Julian Davis' Hauber vor allem nach der Komplettierung durch den Sattelauflieger ein echter Hingucker auf hohem Niveau geworden ist, ist nicht zu bestreiten.

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