Volvo: Road Train auf Finnisch

Mit seinen 22,5 Metern Länge und den gut erkennbaren Drehpunkten ist der Volvo-Roadtrain eine Augenweide
© Foto: Otto Miedl

Man muss nicht unbedingt ins australische Outback, um Road Trains zu sehen. Dazu reicht auch eine Tour nach Finnland - wie uns Pasis XXL-Volvo demonstriert.


Datum:
08.01.2017
Autor:
Redaktion TRUCKER

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Seit vor drei Jahren in Finnland das zulässige Gesamtgewicht auf bis zu 76 Tonnen angehoben wurde, entwickeln sich ganz neue Ideen und Konfigurationen für den Straßentransport. Zwei außergewöhnliche Beispiele rollen bei der finnischen Silospedition "Powder-Trans". Das hauptsächlich auf staub- und rieselfähige Güter spezialisierte Transportunternehmen gehört mit rund 100 ziehenden Einheiten und 160 Beschäftigten zu den größten Silospeditionen des Nordens. Der Hauptsitz der Firma befindet sich in der Gemeinde Lieto, nordöstlich der Großstadt Turku.

540 PS STARK, 22,5 METER LÄNGE, 76 TONNEN SCHWER

2014 schaffte Powder-Trans zwei je 22,5 Meter langen Gespanne an. In unserem Fokus steht der Volvo FH 540 6x4, der im Schichtbetrieb abwechselnd von den Brüdern Pasi und Mika Nurmi bewegt wird.

Hinter dem Volvo rollen zwei Auflieger des italienischen Herstellers O.ME.P.S. Srl aus Battipaglia mit jeweils einem liegenden Silo. Von der Grundkonstruktion ist das Achspaket des ersten Silotrailers nach hinten verschoben worden. Das erste Silo lastet also hauptsächlich noch auf den ersten beiden Achsen. Der nach hinten hinausragende Abschnitt dient einer Sattelplatte für den zweiten Trailer als Auflagefläche.

Das vordere Silo besitzt ein Fassungsvermögen von 28 Kubimetern, ins hintere Silo passen 32 - zusammen nicht mehr als hierzulande. Aber darum geht es auch nicht.

Interessant wird es vor allem, wenn schwere Stoffe und Materialien, wie beispielsweise Zement, zu befördern sind. Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 76 Tonnen bleiben abzüglich des Leergewichtes von 20,1 Tonnen für den gesamten Zug fast 56 Tonnen an Nutzlast übrig! Das ist grob gesagt mehr als das Doppelte, was man in Deutschland mit einer Fuhre transportieren kann.

Für die üblichen Reifensparmaßnahmen lassen sich beim hinteren Auflieger die Achsen eins und drei liften. Beim ersten Trailer lässt sich nur die erste Achse in die Höhe hieven. Die letzte Achse ist hier lenkbar ausgelegt. Die beiden Trailer sind keine skurrilen Sonderanfertigungen. Sie befinden sich unter den Typenbezeichnungen "MCE 28 F" und "MCE 32 F" ganz normal mit allen genannten Details im Produktkatalog des italienischen Fahrzeugbauers.

Pasi und Mika Nurmi arbeiten bereits seit über 15 Jahren für Powder-Trans. Die letzten beiden Jahre haben sie mit dem Volvo-Gespann über 400.000! km zurückgelegt. Sie bewegen diese Silokombination hauptsächlich auf festen Routen in den südlichen Regionen Finnlands. Zu fast 100 Prozent landet Zement in den Silokammern.

AUF 32 RÄDERN ÜBER DIE FINNISCHEN STRASSEN

Der ganze Zug rollt - genau wie viele andere finnische 76-Tonnen-Kombinationen auch - auf 32 Rädern. Neben einer üppigeren Motorisierung jenseits der 500 PS-Marke war dies auch eine der Vorgaben, um überhaupt mit 76 Tonnen Gesamtgewicht durch die Lande fahren zu dürfen. Der Großteil des Lastzuges muss eine Zwillingsbereifung aufweisen. In unseren Gefilden steht ein herkömmlicher und 40 Tonnen schwerer Sattelzug gerade einmal auf 12 Rädern.

Geschäftsführer Fredrik Blomqvist kann über seine beiden Spezialkombinationen nur Gutes berichten: "Beim Transport von Zement in der Variante mit liegendem Silo ist eine so konfigurierte Kombination unschlagbar. Das haben uns die vergangenen Jahre deutlich gezeigt. Im Zuge künftiger Neuanschaffungen werden sicherlich noch einige dieser bewährten Kombinationen unseren Fuhrpark bereichern." Otto Miedl

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