Test & Technik: Die Baubranche im Visier

Die CF- und XF-Modelle lassen sich auch für die Baubranche passend konfigurieren
© Foto: Günter Willwert/TRUCKER

Visier DAF ist in Deutschland bislang vorrangig im Fernverkehr zu Hause. Das wollen die Niederländer mal wieder ändern und stellen Neuheiten für die Baubranche vor.


Datum:
19.02.2021
Autor:
Günter Willwert/Jan Burgdorf
Lesezeit: 
3 min

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Wer bei Bauunternehmen punkten will, muss ein umfangreiches Portfolio bieten, weshalb DAF entsprechend vorlegt. Bei den Achsen beispielsweise: Zu den Vorderachsen für 7,5, 8,0 und 9,0 t Tragkraft gesellt sich eine neue 10-Tonnen-Version für CF und XF. Sie stützt sich auf Dreiblatt-Parabelfedern und ist mit den MX-11- und MX-13-Sechszylindern kombinierbar. Die Achse empfiehlt sich überall dort, wo die Vorderachse stark belastet wird, wie bei Baustoffzügen mit einem schweren Ladekran direkt hinter dem Fahrerhaus.

Eine weitere Achsneuheit ist die einzelbereifte 7,5-t-Nachlaufachse. Diese besitzt ein neu gestaltetes Achsgehäuse aus Druckguss, wodurch der Achskörper steifer, robuster und leichter ausgeführt ist. Die statische Ladekapazität steigt laut DAF dadurch um 25 Prozent auf 26 Tonnen Tragkraft an, was beispielsweise bei Absetzern und Abrollern von großer Bedeutung ist. Denn Lastspitzen, die beim Aufnehmen und Abladen schwerer Behälter kurzzeitig auftreten, soll die Achse locker wegstecken.

Die Niederländer haben einige Leichtgewichte im Programm

Zur leichten Brigade gehört der CF 450 FAD 8x4 Fahrmischer. In der Betonbranche zählt Nutzlast, und hier kann DAF mit seinem leichten Fahrgestell punkten. Mit 9150 Kilogramm Leergewicht gehört es zu den leichtesten am Markt, wodurch man pro Tour bis zu einem halben Kubikmeter Beton mehr mitnehmen kann. Hauptsächlich ist das ein Verdienst des einfach übersetzten 19-Tonnen-Hinterachs-Tandems kombiniert mit den beiden gewichtsoptimierten Vorderachsen mit 7,1 Tonnen Traglast.

Extrem wendig: XF 480 FAW 8x4 Tridem mit gelenkter Nachlaufachse
© Foto: Günter Willwert/TRUCKER

Ebenfalls Teil der „leichten Klasse“ ist der CF 410 FA 4x2 mit 18 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Sein Metier ist der Verteiler- und Zulieferverkehr, bei dem Wendigkeit gefragt ist, was das Testfahrzeug mit vier Meter kurzem Radstand und großen Lenkwinkeln einlöst. Überraschend gut auch der Fahrkomfort des CF 4x2, den die Parabelfedern vorne in Kombination mit den Vierbalg-Luftfedern hinten bieten.

Der Baukasten gibt auch grobschlächtiges her

Naturgemäß härter teilt der robust, archaische Schwerarbeiter CF 530 FAD 8x4 aus. Er ist der Richtige, wenn es auf eine Radladerschaufel mehr nicht ankommen darf und die Bedingungen anspruchsvoll sind. Die Geländeeigenschaften dieses Vierachsers können sich sehen lassen. Das beginnt mit guter Bodenfreiheit unter der gerade ausgeführten Neun-Tonnen-Achse und setzt sich fort mit einer ordentlichen Stahlplatte unterhalb der Stoßstange.

Unter der Kabine arbeitet die stärkste Maschine des DAF-Portfolios, der MX-13-Reihensechszylinder mit 530 PS. Bei 1000 Touren liegen satte 2600 Nm an. Die Schaltgeschwindigkeit und der Komfort des Traxon-Getriebes von ZF lassen keine Wünsche offen, auch weil sich im Gelände der schnell schaltende Offroad-Modus als hilfreich erweist.

Auf der Straße offenbart der technisch für 44 Tonnen zugelassene Vierachser bei Leerfahrt barsche Manieren. Schließlich federn hier hinten eine Trapezfederung, die bei Überlast zudem ordentlich knarrt, und vorne robust ausgeführte Parabelfedern. Er verkörpert eben eines der Extreme im umfangreichen DAF-Baukastens.

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