Volvo FH Kipper: Endlich Platz geschaffen

Der Volvo FH als Kipper für den Bau
© Foto: Gregor Soller

Still und heimlich erweiterte Volvo das FH-Programm in Richtung Baustelle und bietet damit eine komfortable Alternative zum knapp geschnittenen, grobschrötigen FMX.


Datum:
19.05.2015
Autor:
Gregor Soller

NOCH KEINE Kommentare

jetzt mitdiskutieren



Gerade Achsen, nach oben gelegte Federelemente und eine massive Stahlplatte als Unterfahrschutz für Kühler und Ölwanne - all das zeichnet den Volvo FMX als echten Bauarbeiter aus.

Optional kann man seit 2014 auch den FH auf einen hohen 8x4-Kipperrahmen setzen. Denn so paradox funktioniert das Gewerbe: Einst kreidete man FM und FH an, wegen der kunststoffhaltigen Front und weniger bauspezifischen Optionen nicht richtig zupacken zu können. Also entwickelte Volvo den FMX, der aber auch in Euro 6 die altehrwürdige, knapp geschnittene Kabine des Vorgängers aufträgt.

Prompt schielten einige Baukunden wieder zum FH - was Volvo dazu brachte, zur Baumesse Intermat in Paris einen FH mit FMX-Front nachzuschieben (siehe auch Technik News, S. 18).

UNTER DEM RAHMEN GIBT ER SICH ABSOLUT BAUTAUGLICH

Der Vorführer muss noch ohne die neue Front auskommen, wie ihm auch der Bauauftritt an der Seite der Kabine fehlt. Doch unter dem Rahmen gibt er den Bauarbeiter. Luftbälge und Bremszylinder hat Volvo so weit wie möglich nach oben gehängt, wodurch der FH auch in schwererem Gelände mit groben Brocken wenig befürchten muss.

Und im Gegensatz zum FMX glänzt dieser schwedische Bauarbeiter mit geschliffenen Manieren: Dank der Achtbalg(!)-Luftfederung gibt er sich an den Hinterachsen auch unbeladen geschmeidig, während die Dreiblatt-Parabelfeder vorn für die nötige Straff- und Exaktheit sorgt - ohne den FH je unkomfortabel wirken zu lassen.

Das gilt auch für die Lenkung, die sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt - selbst grobe Schlaglöcher werden stoisch ohne Schlagen oder Zittern durchfahren.

Zum komfortablen Eindruck trägt auch I-Shift bei, das die Gänge zügig und souverän wechselt. Auch der FH bietet zahlreiche auf den Einsatz abgestimmte Unterprogramme samt Freischaukelmodus.

Leider muss man auch bei ihm damit rechnen, dass bergab bei zu hohen Drehzahlen und Temperaturen im Zweifelsfall hochgeschaltet wird, bevor es zur Überlastung kommt - deshalb sollte der Fahrer auch in weniger schwerem Gelände immer manuell fahren.

IM ALLTAG LIEGEN WELTEN ZWISCHEN FH UND FMX

Der Motor ist gedämmt wie bei den Fernverkehrsgeschwistern und hat mit 32 Tonnen kein Problem. Im Gegensatz zum 450 PS starken, etwas leichteren D 11 im FMX bietet er 2300 statt 2150 Newtonmeter, die bei 900 statt 1000 Umdrehungen parat stehen - das alles macht den Antrieb eine Idee souveräner und verleiht ihm "unten herum" mehr Fülle. Das Leergewicht gibt Volvo in dem Fall mit üppigen 14.915 Kilogramm an, wobei der Vorführer auf dem hohen Baurahmen ruht.

Die luftige FH-Kabine ragt ohne gekürzten Auspuff (oder in dem Fall mit Fanfaren) gut 3,6 Meter empor - zu hoch für manche Unterführungen, alte Brecheranlagen oder Baustellen. Vielen Kollegen dürfte das der Gewinn an Komfort und Raum wert sein. Was die Einführung der Bau-FH samt FMX-Stoßstange bestätigt!

HASHTAG


#Volvo

MEISTGELESEN


KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


TRUCKER – Das Magazin für Lkw-Fahrer im Nah- und Fernverkehr: Der TRUCKER ist eine der führenden Zeitschriften für Lkw-Fahrer und Truck-Fans im deutschsprachigen Raum. Die umfangreichen TRUCKER Testberichte zu LKWs und Nutzfahrzeugen gehören zu den Schwerpunkten der Zeitschrift und gelten als Referenz in der Branche. Der TRUCKER berichtet monatlich über die Themen Test und Technik, Show-Truck, Arbeitsrecht, Service, Unterhaltung.