Die öffentliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland wächst weiter. Nach dem 9. Elektromobilitätsmonitor des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) stehen inzwischen mehr als 220.000 öffentliche Ladepunkte mit einer installierten Leistung von insgesamt mehr als elf Gigawatt zur Verfügung.
Auch für batterieelektrische Lkw sieht der Verband erste Strukturen für das Laden unterwegs. An rund 790 Standorten können schwere Elektrofahrzeuge öffentlich Strom laden. Ergänzt wird dieses Angebot durch Ladeinfrastruktur auf Betriebshöfen und an Logistikstandorten.
Für den Straßengüterverkehr ist insbesondere der Ausbau leistungsfähiger Ladepunkte entlang wichtiger Verkehrsachsen relevant. Nach Einschätzung des BDEW decken die bestehenden Standorte bereits viele Fahrtrouten von Logistikunternehmen ab.
Dabei können Elektro-Lkw teilweise auch Ultraschnellladestandorte nutzen, die nicht ausschließlich für Nutzfahrzeuge errichtet wurden. Gleichzeitig entsteht zusätzliche Ladeinfrastruktur in Logistikdepots.
Für den weiteren Hochlauf batterieelektrischer Lkw bleibt der Ausbau geeigneter Standorte allerdings ein zentraler Faktor. Neben der reinen Ladeleistung müssen öffentliche Ladeparks auch ausreichend Platz und eine für schwere Nutzfahrzeuge geeignete Verkehrsführung bieten.
Insgesamt hat Deutschland 2026 nach Angaben des BDEW die Schwelle von 220.000 öffentlichen Ladepunkten überschritten. Insbesondere der Ausbau von Ultraschnellladern trägt zum Wachstum der installierten Ladeleistung bei.
Trotz steigender E-Auto-Zulassungen ist die durchschnittliche gleichzeitige Belegung der Ladepunkte dem Monitor zufolge vergleichsweise niedrig. Sie erhöhte sich von zwölf Prozent im Jahr 2025 auf 13 Prozent im ersten Halbjahr 2026.
Bei AC-Ladepunkten waren durchschnittlich maximal 17 Prozent gleichzeitig belegt.
Parallel zur Infrastruktur wächst der Fahrzeugbestand. In den ersten drei Quartalen 2026 wurden mehr als 604.000 vollelektrische Pkw neu zugelassen. Damit wurde bereits nach neun Monaten der Gesamtjahreswert 2025 von rund 545.000 Fahrzeugen übertroffen.
Der Anteil batterieelektrischer Modelle an den Pkw-Neuzulassungen lag bei 27,2 Prozent. Seit dem Sommer beträgt er nach Angaben des BDEW mehr als ein Drittel.
Auch der Gebrauchtwagenmarkt entwickelt sich dynamischer. Rund 261.000 gebrauchte Elektroautos wechselten in den ersten neun Monaten den Besitzer, 56 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Für den weiteren Ausbau fordert der BDEW stabile politische Rahmenbedingungen. Der Verband spricht sich unter anderem für Anreize zur Elektrifizierung gewerblicher Fuhrparks, eine steuerliche Unterstützung von Elektrofahrzeugen und weniger Bürokratie beim Aufbau neuer Ladeinfrastruktur aus.
Für die Transportbranche ist insbesondere der weitere Ausbau des E-Lkw-Ladenetzes entscheidend. Neben Depotladen wird mit steigenden E-Lkw-Zulassungen ein flächendeckendes Netz leistungsfähiger öffentlicher Standorte benötigt, damit batterieelektrische Fahrzeuge zunehmend auch auf längeren Transportrelationen eingesetzt werden können.