Das Softwareunternehmen Zauner will archivierte Tachographendaten über die reine Dokumentation von Lenk- und Ruhezeiten hinaus für das Flottenmanagement nutzbar machen. Mit LEA Tachomatik bietet das Unternehmen zwei Softwaremodule an, die vorhandene DTCO-Daten analysieren und daraus Hinweise für Tourenplanung, Fahrerschulung und Verstoßmanagement ableiten sollen.
Die Anwendungen LEA.fix und LEA.dynamics setzen auf bestehenden Archivierungssystemen auf. Damit sollen Fuhrparkbetreiber bereits vorhandene Fahrzeug- und Fahrerdaten detaillierter auswerten können, ohne eine zusätzliche Datenquelle erschließen zu müssen.
Tachographendaten für das Fuhrparkmanagement
In vielen Transportunternehmen dienen archivierte Tachographendaten vor allem dazu, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen und sich auf Kontrollen oder Betriebsprüfungen vorzubereiten. Zauner will diese Datenbasis zusätzlich für operative Entscheidungen verwenden.
Die Software analysiert beispielsweise wiederkehrende Verstöße und Auffälligkeiten. Daraus sollen sich Hinweise ableiten lassen, bei welchen Fahrern Schulungsbedarf besteht oder an welchen Stellen Touren- und Einsatzplanung überprüft werden sollten.
Ziel ist es insbesondere, Verstöße gegen Sozialvorschriften möglichst frühzeitig zu erkennen und dadurch potenzielle Bußgeldrisiken zu reduzieren.
LEA.fix analysiert Verstöße und Bußgeldrisiken
LEA.fix konzentriert sich auf die Auswertung von Verstoßarten und möglichen finanziellen Folgen. Fuhrparkverantwortliche erhalten entsprechende Informationen in Berichtsform.
Ein Jahresüberblick ermöglicht zudem einen Vergleich der Verstöße auf Monatsbasis. Dabei lässt sich rückwirkend darstellen, welche möglichen Bußgelder mit den festgestellten Verstößen verbunden gewesen wären.
Die Ergebnisse können anschließend als Grundlage für Fahrerunterweisungen, Tourenplanung und die Vorbereitung auf Betriebsprüfungen dienen.
LEA.dynamics visualisiert Fahreraktivitäten
LEA.dynamics erweitert diese Auswertung um zusätzliche Analyse- und Visualisierungsfunktionen. Verstöße können dabei mit einem Fahrerzeitstrahl verknüpft und im Zusammenhang mit den jeweiligen Fahreraktivitäten betrachtet werden.
Damit sollen Fuhrparkmanager besser nachvollziehen können, unter welchen Umständen bestimmte Verstöße entstehen. Statt ausschließlich einzelne Regelverletzungen zu betrachten, rückt damit deren Zusammenhang mit dem tatsächlichen Arbeitstag des Fahrers stärker in den Mittelpunkt.
Daten sollen vorausschauende Fuhrparksteuerung ermöglichen
Zauner bezeichnet diesen Ansatz als „Predictive Controlling“. Dabei sollen historische Tachographendaten dazu dienen, wiederkehrende Muster zu identifizieren und daraus Maßnahmen für den künftigen Betrieb abzuleiten.
Für Speditionen kann dieser Ansatz insbesondere dann relevant sein, wenn sich Verstöße bei bestimmten Touren, Einsatzmustern oder Fahrergruppen wiederholen. Statt erst auf Beanstandungen oder Bußgelder zu reagieren, sollen die Auswertungen präventive Maßnahmen ermöglichen.
Digitalisierung des Tachodaten-Managements
Mit LEA Tachomatik erweitert Zauner damit den klassischen Einsatz von Tachographendaten. Für Fuhrparkverantwortliche geht es nicht mehr ausschließlich um Archivierung und Compliance, sondern zunehmend darum, vorhandene Daten auch für betriebliche Entscheidungen einzusetzen.
Entscheidend für den praktischen Nutzen wird sein, ob die Analysen Fuhrparkbetreibern tatsächlich helfen, wiederkehrende Verstöße zu reduzieren, Fahrerschulungen gezielter auszurichten und Touren so zu planen, dass Lenk- und Ruhezeitvorgaben zuverlässiger eingehalten werden können.