Europas neue Nummer drei unter den Trailerherstellern?

Volle Ktraft voraus: In Deutschland möchte Wielton vor allem im Bau- und Agrarbereich wachsen, aber auch bei Curtainsidern und Containerchassis
© Foto: Gregor Soller

Wielton plant, auch in Deutschland kräftig zu expandieren


Datum:
14.01.2016
Autor:
Gregor Soller

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Frankfurt. Wielton bleibt weiter auf dem Gas! 2015 legte der polnische Hersteller nach eigenen Angaben das bisher dem erfolgreichste Jahr seiner Unternehmensgeschichte hin. Mit 7054 verkauften Einheiten schaffte Wielton 2015 trotz des Einbruchs des russischen Marktes ein historisches Rekordergebnis. Die Anleger des an der Warschauer Börse notierten Unternehmens honorierten dieses hervorragende Ergebnis und die solide Finanzsituation mit massiven Kurssteigerungen gegen den Trend: Während der Leitindex WIG der Warschauer Börse im Jahresverlauf um zehn Prozent nachgab, stieg der Wert der Wielton-Aktie von Januar bis Dezember 2015 um rund 80 Prozent.

Nach der Übernahme des französischen Marktführers Fruehauf sowie der Marken Merker, Viberti und Cardi in Italien möchte Wielton jetzt auch in Deutschland stärker expandieren. „Dadurch erschließen wir uns zusätzliche Märkte in Europa und bekommen die nötigen Skaleneffekte für einen nachhaltigen Erfolg“, erläutert Thomas Hajek, der seit November 2014 als Vorstand Vertrieb, Marketing und After Sales, die globale Wachstumsstrategie des Unternehmens verantwortet. Deshalb gründeten die Polen zum Jahreswechsel eine eigene Vertriebs- und Servicegesellschaft in Frankfurt.

Rechnet man zu den 7054 verkauften Wielton-Trailern noch die gut 4500 Fruehauf-Fahrzeuge hinzu, kommt die Wielton-Gruppe schon 2015 auf gut 11.500 Einheiten und läge damit auf Anhieb auf augeenhöhe mit Kögel oder Schwarzmüller, wenn nicht sogar leicht darüber, womit Wielton  drittgrößter Trailerhersteller Europas wäre. Entsprechend formuliert Hajek: „Unser erklärte Ziel ist es, die Nummer Drei unter den europäischen Trailerhersteller zu werden.“ Für 2016 plant Wielton entsprechend mit mindestens 12.000 Einheiten.

Dem deutschen Markt begegnet man dennoch mit Respekt, hat sich aber trotz der starken Position der nationalen Hersteller, die aktuell um die 94 Prozent Marktanteil haben, ganz bewusst für Markteintritt in Deutschland entschieden, wie Hajek betont. „Mit insgesamt mehr als 54.000 Zulassungen von Sattelaufliegern und Anhängern über sechs Tonnen Gesamtgewicht ist Deutschland nicht nur der größte Trailermarkt Europas. Gerade bei Baustellenfahrzeugen, aber auch bei landwirtschaftlichen Anhängern, zwei der Kernkompetenzen von Wielton, bietet der deutsche Markt noch ein enormes Potential“, erklärt Hajek.

Trotzdem befragte Wielton vorher entsprechende potenzielle Kunden: „Unsere Marktanalysen und Kundenbefragungen haben zudem ergeben, dass Produkte aus polnischer Produktion heute bereits eine hohe Akzeptanz unter deutschen Nutzfahrzeug-Kunden haben. Ausgehend von einem organischen Wachstum, wollen wir mittelfristig rund 1500 Fahrzeuge pro Jahr in Deutschland absetzen, etwa ein Drittel davon im Agro-Bereich.“ Mit dem starken italienischen und französischen Markt, der der Wielton-Gruppe aktuell natürlich zusätzlich in die Hände spielt, stellt sich am Ende nicht mehr die Frage, ob und wann Wielton Europas Nummer drei wird, sondern wie Nachhaltig sich der Hersteller europaweit nachhaltig positionieren kann. Viel wichtiger als das aktuelle Wachstum ist laut Hajek aber, auf die nächste Krise vorbereitet zu sein: „erst da wird sich zeigen, wer seine Hausaufgaben gemacht hat.“ (gs)

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