Stimmung kippt gegenüber Jahresbeginn
Im Vergleich zur Befragung zu Jahresbeginn hat sich das Bild deutlich eingetrübt. Im Januar und Februar 2026 hatten noch 58,0 Prozent der Teilnehmenden die Lage positiv eingeschätzt, 42,0 Prozent negativ. Inzwischen hat sich dieses Verhältnis nahezu gedreht. Der Anteil negativer Einschätzungen stieg um 10,4 Prozentpunkte, während der Anteil positiver Bewertungen im gleichen Umfang zurückging.
Die Erhebung fiel in eine Phase zunehmender Unsicherheit an den Märkten – geprägt von geopolitischen Spannungen, höheren Energiepreisen und Einschränkungen im Nahen Osten.
Bewertung hängt stark vom Geschäftsmodell ab
Wie Unternehmen die Marktlage einschätzen, hängt laut TIMOCOM stark von ihrer Rolle im Markt ab. Anbieter mit langfristigen Kundenbeziehungen, stabilen Netzwerken oder eigener Kapazität berichten häufig weiterhin von einer guten Auslastung. Auch Frachtführer sehen vielerorts noch ausreichend Aufkommen, etwa für Anschlussladungen oder Beiladungen.
Pessimistischer äußern sich dagegen Unternehmen, die Transporte zukaufen oder stark vom Spotmarkt abhängig sind. Sie berichten häufiger von knappen Kapazitäten, steigenden Einkaufspreisen und sinkenden Margen.
Hohe Auslastung verdeckt die Probleme
Trotz der eingetrübten Stimmung zeigen Marktdaten weiterhin eine robuste Auslastung. Die Lkw-Maut-Fahrleistung lag im März 2026 laut Erhebung 15,4 Prozent über dem Vormonat und 4,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch das Transportbarometer, das das Verhältnis von Frachten zu verfügbarem Laderaum im Spotmarkt misst, deutet auf einen stark ausgelasteten Markt hin.
Im April stieg das Verhältnis gegenüber dem Vormonat um 15,6 Prozent und im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent. Für TIMOCOM ist das jedoch kein Ausdruck eines boomenden Marktes, sondern vor allem Folge knapper werdender Kapazitäten.