Ortsumgehung Pirna: Brückenschäden verzögern Eröffnung bis 2027

29.10.2026 15:55 Uhr | Lesezeit: 3 min
Bei der Ortsumgehung Pirna wurden Mängel an der Gottleubatalbrücke festgestellt, wodurch sich die Eröffnung erneut verzögert
Baumängel an der Gottleubatalbrücke verzögern die Fertigstellung der B172-Ortsumgehung Pirna. Vier von fünf Vouten müssen vor der Verkehrsfreigabe saniert werden.
©Foto: Robert Michael/dpa/picture alliance

Baumängel an der Gottleubatalbrücke verzögern die Fertigstellung der B172-Ortsumgehung Pirna erneut. Schäden an vier von fünf Vouten müssen saniert werden. Die Deges rechnet nun mit einer Eröffnung im Jahr 2027.

Die B172-Ortsumgehung Pirna wird voraussichtlich erst 2027 vollständig für den Verkehr freigegeben, wie die dpa mitteilt: Grund sind Baumängel an der Gottleubatalbrücke, die bei einer standardmäßigen Prüfung vor der geplanten Inbetriebnahme entdeckt wurden. 

Wie werden die Schäden an der Brücke in Pirna saniert?

Beim Betonieren der Vouten gelangten Reste der Schalung in den Beton. Dadurch entstanden Hohlstellen. Holger Behrmann, Bereichsleiter Sachsen der Deges, erläuterte: „Das hat zu Hohlstellen innerhalb des Betons geführt, aber eben auch zum Verbleib dieser Schalungsreste dort. Die müssen raus“.

Das Konzept für die Sanierung werde derzeit erarbeitet. Bevor die Arbeiten umgesetzt werden können, müssen das Bundesverkehrsministerium und der Freistaat Sachsen zustimmen.

An den betroffenen Stellen soll zunächst Beton mit einem Hochdruckwasserstrahl abgetragen werden. Anschließend sollen die Hohlräume mit Beton verschlossen werden. Das geplante Verfahren wurde nach Angaben der Deges bereits getestet.

„Nach Abschluss der Sanierung gehen wir davon aus, dass das Bauwerk hundertprozentig in dem Zustand ist, wie es ursprünglich geplant war“, sagte Behrmann.

Die Kosten für die Beseitigung der Mängel soll die ausführende Baufirma übernehmen. Nach Angaben der Deges liegt der Fehler bei dem Unternehmen. Die Firma teile diese Auffassung und sehe sich ebenfalls in der Verantwortung. Der aktuelle Kostenrahmen der Ortsumgehung Pirna von 288,4 Millionen Euro soll deshalb bestehen bleiben. 2017 waren für das Projekt noch 96,6 Millionen Euro veranschlagt worden.

Wie weit ist die B172-Ortsumgehung Pirna fertiggestellt?

Die Ortsumgehung ist insgesamt 3,8 Kilometer lang und soll den Verkehr künftig südlich an Pirna vorbeiführen. Rund 12.500 Fahrzeuge sollen die Strecke täglich nutzen.

Der erste Abschnitt, der etwa ein Drittel der Gesamtstrecke umfasst, ist bereits seit 2022 in Betrieb. Er führt vom Autobahnzubringer zur A17 bis zur S173.

Zum noch nicht freigegebenen zweiten Abschnitt gehören der 315 Meter lange Kohlbergtunnel und die 916 Meter lange Gottleubatalbrücke. Diese überspannt das Gottleubatal in bis zu 70 Metern Höhe.

Kohlbergtunnel und Anschlussstrecke nahezu fertig

Der Bau des Kohlbergtunnels ist weitgehend abgeschlossen. Nach Angaben Behrmanns stehen dort nur noch Restarbeiten an. Auch die technische Ausstattung einschließlich der Lichtsicherheitseinrichtungen ist weit fortgeschritten.

Die Anschlussstrecke zwischen der Gottleubatalbrücke und der B172 steht ebenfalls kurz vor der Fertigstellung. „Im Grunde wären wir fertig, um die Brücke und die ganze Strecke in Betrieb zu nehmen“, sagte Behrmann. 

Wann wird die Ortsumgehung Pirna eröffnet?

Die Fertigstellung der B172-Ortsumgehung Pirna wird nun für 2027 erwartet. Einen konkreten Eröffnungstermin will die Deges nach dem Winter nennen.

Die Sanierungsarbeiten an der Gottleubatalbrücke könnten noch in diesem Jahr beginnen, müssen während des Winters jedoch pausieren.

Ursprünglich sollte die Ortsumgehung bereits 2022 fertiggestellt werden. Wegen der geologischen Verhältnisse im Bereich des Kohlbergtunnels wurde der Termin zunächst auf 2023 verschoben. Das Gestein hatte sich als weicher herausgestellt als erwartet. Anschließend machten notwendige Anpassungen an der Ausführungsplanung der Gottleubatalbrücke eine weitere Verschiebung auf 2026 erforderlich. Wegen der nun festgestellten Baumängel wird mit der vollständigen Freigabe der Ortsumgehung voraussichtlich 2027 gerechnet.

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