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Schleswig-Holstein : E-Highway-Teststrecke weckt Interesse im Ausland

Unter anderem in Schleswig-Holstein wird die Eignung eines Oberleitungssystems zur Elektrifizierung schwerer Nutzfahrzeuge im realen Verkehr untersucht
© Foto: Siemens

Vier Lkw der Spedition Bode nutzen inzwischen die Oberleitung für ihre Fahrten auf der A 1 zwischen Reinfeld und Lübeck. Auch Großbritannien und Indien sind an der Technologie interessiert.


Datum:
24.01.2022
Autor:
Stephanie Noll/dpa
Lesezeit: 
3 min
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Seit Ende 2019 läuft der Testbetrieb für den E-Highway Schleswig-Holstein auf der Autobahn 1 zwischen Reinfeld und Lübeck. Vier mit Stromabnehmern ausgerüstete Lastwagen der Reinfelder Spedition Bode pendeln mittlerweile auf der fünf Kilometer langen Teststrecke. Die bisherige Bilanz sei überwiegend positiv, sagte eine Sprecherin des Forschungs- und Entwicklungszentrums der Fachhochschule Kiel, das den „Feldversuch E-Highway Schleswig-Holstein (FESH)“ wissenschaftlich begleitet.

Abschluss des Feldversuchs Ende dieses Jahres

Den Angaben zufolge hat der erste Lkw im Land mit dem Namen „El Lennon“ im Jahr 2021 rund 6000 Kilometer unter der Oberleitung zurückgelegt und dabei etwa 4200 Kilowattstunden für den elektrischen Antrieb und das Laden der Fahrzeugbatterien bezogen, sagte die Sprecherin. Eine endgültige Bilanz soll den Angaben zufolge nach dem Abschluss des Feldversuchs Ende 2022 gezogen werden.

Von den je 6000 Kilometern unter der Oberleitung legen die Lkw etwa 3900 Kilometer mit angebügeltem Stromabnehmer zurück. „Die Differenz kommt hauptsächlich dadurch zustande, dass das Fahrzeug seinen Stromabnehmer erst unterhalb der Oberleitung hochfahren kann und am Ende der Strecke rechtzeitig wieder einziehen muss“, sagte die Sprecherin.

Aktuell gibt es in Deutschland drei derartige E-Highways

Der Abschnitt in Schleswig-Holstein ist eine von bundesweit drei Teststrecken, mit denen die Eignung eines Oberleitungssystems zur Elektrifizierung schwerer Nutzfahrzeuge im realen Verkehr untersucht werden soll. Die anderen Teststrecken liegen in Hessen und Baden-Württemberg. Die Kosten von 19 Millionen Euro trägt das Bundesumweltministerium.

„Alle Oberleitungs-Lkw verfügen über Datenlogger, die Werte wie Geschwindigkeit und Stromaufnahme aufzeichnen“, erläuterte die Sprecherin. Speziell in Schleswig-Holstein werden außerdem Daten über die Auswirkungen aufs Klima, zu Luftqualität, Lärmschutz, Ressourcenverbrauch und Naturschutz untersucht. Auch mögliche Netzrückwirkungen durch die Umspannwerke und der Windabtrieb der Kettenaufhängungen würden untersucht. „Für eine ökologische Gesamtbewertung ist es aber noch zu früh“, sagte sie.

Deutsche Teststrecke als Vorbild

Auch international wird der Feldversuch genau verfolgt. „In Großbritannien gibt es Pläne für eine 30 Kilometer lange Teststrecke für Oberleitungs-Lkw nach deutschem Vorbild“, sagte ein Sprecher der Autobahn GmbH des Bundes. Auch in Österreich werde die Technologie aufmerksam verfolgt. Mit Delegationen aus Frankreich, Italien, Ungarn und Indien habe es bereits einen intensiven Austausch gegeben, sagte der Sprecher. 

 

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