Jubiläumsfeier: 60 Jahre MAN in München

Imposanter Wendepunkt: Das Isartor in München als Kulisse für die Oldies
© Foto: MAN

Zur Sechzigjahrfeier des Werkes München lud MAN Mitarbeiter und Freunde in die bayerische Metropole ein.


Datum:
28.09.2015
Autor:
Gregor Soller

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Wie doch die Zeit vergeht: Die meisten nehmen MAN ganz selbstverständlich als "Münchener Marke" wahr, obwohl die Lkw-Produktion in der bayerischen Metropole erst 1955 begann!

Bis dahin galt nämlich das "N" im Namen der "Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg" als der Lkw-Standort schlechthin. Doch der platzte im Wirtschaftswunderjahr 1955 aus allen Nähten, weshalb man von BMW das 1934 in Allach errichtete Flugmotorenwerk samt Areal erwarb. Die Vorstände bei MAN, unter ihnen Otto Meyer, sahen im Neubau des Werks in München eine große Chance, den Nutzfahrzeugbau auszuweiten und damit diesem Produktionsbereich bessere und eigenständigere Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. Am 28.4. wurden die Verträge unterzeichnet, im August kamen die ersten Arbeiter nach München.

ANFÄNGE IN MÜNCHEN MIT BMW UND ROLLS-ROYCE

Schon 1956 wurden 3000 Lastwagen produziert, doch 1957 führten Gesetzesänderungen zu einem Einbruch der Lkw-Nachfrage. Weshalb 900 Mitarbeiter wieder entlassen werden mussten. Danach wuchs die Fertigung aber rasch an: 1960 lief der 30.000 Lkw vom Band.

1957 gründete MAN auch die Turbomotoren GmbH und begann 1960 die Zusammenarbeit mit Rolls-Royce und der BMW Triebwerkebau GmbH. Heute firmiert dieser Zweig als MTU und nutzt den anderen Teil des Firmengeländes in Allach.

Dort herrschte am Tag der 60-Jahre-Feierlichkeiten Ruhe, während auf der anderen Seite des weitläufigen Areals die ganz große Sause vorbereitet wurde, die rund 30.000 Besucher anlockte. Um acht Uhr startete der historische Korso Richtung Isartor in die Innenstadt, von wo aus er anschließend wieder zurück ins Werk rollte. Der älteste Teilnehmer war ein 620-L1-Kipper, der aus 8,3 Litern Hubraum 120 PS holte. Mit 145 PS nur unwesentlich stärker war die 1960 gebaute 750er-Zugmaschine des Silosattels von Strauss und Co. Der war extra aus Pflugdorf bei Landsberg angereist. "Kurzhauber" und "Pausbacken" vertraten ein 413er-Abschleppwagen, ein 415 F mit Fernverkehrskabine, ein 16.192-L-Kipper und ein 19.230-Kippsattelzug des Kieswerks Ebenhöh. Der Kurzhauber sollte (zuletzt nur noch für den Export) bis 1994 gebaut werden. Die neueren F8-Frontlenker wurden durch eine Feuerwehr und einen 19.361 von 1985 vertreten, dem vorletzten Baujahr. Ein Büssing B12 erinnerte dezent daran, woher das aktuelle Logo mit dem Löwen eigentlich stammt ...

BRASILIANISCHE RHYTHMEN NEBEN KLASSISCHEN OLDIES

Der kleine Klassiker-Korso parkte auf einer Freifläche hinter dem Eingang Ost. Dort traf man auch Bekannte wie den Dakar-Haudegen Franz Echter, der ebenso mitfeierte wie seine Kollegen aus dem Fahrversuch und der Produktion.

Trotz der überwiegend bayerischen Mundart, die durchaus ein gewisses "Mir san mia"-Gefühl aufkommen ließ, konnte man hören und sehen, dass aus der ursprünglich eigentlich gar nicht so bayerischen "Maschinenfabrik (München-) Augsburg Nürnberg" ein internationaler Konzern geworden ist: Kurz nachdem der Oldie-Korso seine Parkposition neben der Bühne am Eingang Ost einnahm, sorgte dort eine Samba-Gruppe für brasilianisches Flair unter weißblauem Himmel.

Dazu trugen auch zwei Kletterpalmen für die Jugend bei, die einen Kontrast zum großen Bierzelt im westlichen Teil des Werksgeländes boten. Eine weitere große Bühne wurde im Gegensatz zu der im Eingangsbereich mit Tracht bespielt.

Sportliche Ambitionen dokumentierten neben den Rallye-Lkw im Eingangsbereich die Vereinsbusse diverser Fußball-Erstligisten. Daneben parkten die Biathlon-Züge, die bei den Wettbewerben als "Wachsmobile" für die Skier dienen. So fand man in fast jeder freien Ecke des Werkes neue Preziosen und Themenfelder, mit denen der Familientag schnell verging.

DIESEL UND GRILLGUT DUFTEN NACH WIRTSCHAFTSWUNDER

Da das Werk sich auf rund eine Million Quadratmeter erstreckt, richtete MAN einen Bus-Shuttleservice mit historischen Bussen ein. Dabei mischte sich der Geruch von Diesel mit dem Duft von Gebratenem - so ähnlich muss es auch zu Feiern in den Fünfzigern gerochen haben. Heute entwickeln und produzieren in München rund 8500 Mitarbeiter schwere Lkw, Achsen und Kabinen, mit denen auch andere MAN-Werke beliefert werden. Seit 1955 hat das Werk München mehr als eine Million Lkw, 2,3 Millionen Achsen und 1,5 Millionen Kabinen gebaut. Nur die MAN-Motoren - die kommen nach wie vor aus Nürnberg.

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