Mit gemischten Gefühlen in die Truck Race-Saison

Zweimal der Schnellste: Der Ungar Norbert Kiss gehört zum engeren Kreis der Titelanwärter
© Foto: Richard Kienberger

Misano: Start in die neue Saison - die letzte mit Herstellerbeteiligung.


Datum:
14.07.2014
Autor:
Richard Kienberger

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Man muss nicht immer der Schnellste sein, um am Ende doch ganz vorne mitzumischen: Wie man sich effizient in Szene setzt, bewies der dreifache Europameister Jochen Hahn beim Saisonauftakt der Truck-Racer in Misano Adriatico. Hahn musste sich im Qualifying an beiden Tagen dem schnellen Ungarn Norbert Kiss geschlagen geben - aber am Ende des Wochenendes führte der Champion die erste Gesamtwertung des neuen Jahres an.

Hahn gehört weiterhin zu den bestimmenden Figuren, wenngleich es für ihn auf der Marathondistanz schwer werden wird, den schnellen Rivalen aus Budapest im Zaum zu halten. Doch Hahn hat einen unschätzbaren Vorteil: seine Routine. Und wer drei Mal Europameister war, kann seinen Ehrgeiz sicher eher zügeln als ein Youngster, der darauf brennt, am Ende der Saison endlich einmal ganz oben zu stehen.

Bei strahlendem Sonnenschein starteten die Trucks in ihre neue Europameisterschaftssaison. Zum Teil mit gemischten Gefühlen, wie sich beim Gang durchs Fahrerlager schnell feststellen ließ. Viele Protagonisten der Szene wissen immer noch nicht recht, wie sie mit dem Ausstieg der Hersteller umgehen oder damit fertig werden sollen. Besonders im MAN-Lager war das Grummeln nicht zu überhören.

RÜCKZUG VON MAN SCHON ZU SEHEN

Die Münchener werden bekanntlich ihr aktives Engagement im Trucksport zum Saisonende einstellen. Doch die Marketingaktivitäten wurden schon in diesem Jahr fast auf Null heruntergefahren. Dort, wo im Paddock in den vergangenen Jahren die MAN-Hospitality-Area stand, war in diesem Jahr nur die italienische Dependance mit einem mageren Auftritt vertreten - Zelt und Exponate waren bescheidener als etwa die Präsenz von Daimler oder Renault. Tenor bei den MAN-Teams: Warum nutzt man die Plattform nicht, wenn man 2014 offiziell noch dabei ist?

Aus einer ganz anderen Perspektive beurteilt Gerd Körber die derzeitigen Turbulenzen im Lager der Truck Racer. Man könnte es auch so sehen: Der Oldie praktiziert schon seit einigen Jahren, was viele andere demnächst noch lernen müssen. Das Iveco-Team, im dem Körber als Teilzeit-Rennfahrer arbeitet, ist eine reinrassige Privatveranstaltung, nennenswerte Unterstützung von Iveco gibt es nicht, wenngleich - und das ist vielleicht ein Unterschied zu anderen Herstellern - das Engagement des Teams Schwabentruck wenigstens wohlwollend beurteilt wird. Im Fall der anderen Teams, die nicht auf MAN oder Renault setzten, drängt sich mitunter der Eindruck auf, Mercedes oder Scania wäre es wohl lieber, Markus Bauer (mit seinem Fahrer André Kursim), Dominique Orsini oder Erwin Kleinnagelvoort würden nicht mit den jeweiligen Produkten auf der Rennstrecke erscheinen.

Zurück zu Körber, der sich in Misano über einen dritten Platz freuen durfte: Im Rückzug der Hersteller sieht er die Chance, dass künftig wieder kleinere Mannschaften Erfolgserlebnissen verbuchen. "Ich persönlich finde es gut, dass die Werke nicht mehr der bestimmende Faktor sind oder sein werden. Damit haben auch Privatteams wie unsere Mannschaft wieder realistische Chancen, vorne mitzumischen. Diese Konstellation ist gut, so werden die Teams auch wieder mehr gefordert."

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