IAA-Neuheiten Kögel: Schwäbische Extreme

Kernstück des Light Plus ist der großzügig perforierte Rahmen mit 120er Hals
© Foto: Gregor Soller

Kögels IAA-Neuheiten beinhalten Extreme - womit die Schwaben an alte Tugenden anknüpfen.


Datum:
08.08.2016
Autor:
Gregor Soller

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Vor gut sieben Jahren kaufte Ulrich Humbaur die Firma Kögel. Jetzt scheint der Knoten geplatzt zu sein: Gut gelaunt eröffnete der Manager die IAA-Vorpressekonferenz und vermittelte den Eindruck, dass ihm seine Burtenbacher Tochter lieb und teuer geworden ist. Das spiegelt sich auch im Produktprogramm wider, das sich mehr denn je auf alte Kögel-Werte fokussiert - und um viele Neuheiten erweitert wurde.

DER CARGO LIGHT PLUS SOLL BEI 4775 KILO STARTEN

Spektakulär ist dabei sicher der Cargo Light Plus, der gegen Aufpreis bis auf ein Gewicht von 4775 Kilogramm abgespeckt werden kann. Kernstück ist ein neuer Feinkornstahlrahmen. Ebenfalls neu ist das abgeschrägte Außenrahmenprofil, das die Lasi auch mit Bordwänden ermöglicht und gleichzeitig das Wasser besser ablaufen lässt. Optional kann man größere Zurrhaken einhängen, die sich selbst mit dicken Handschuhen gut greifen lassen und das Spritzwasser von unten besser abhalten sollen.

Auch zu den Einstecklatten hat Kögel eine Idee: Die neuen gelochten Stehrungen haben in kleinen Abständen Löcher, in die Clips eingesetzt werden können, die die Latten tragen. Bei Bedarf lassen sich später "Lattentaschen" nachrüsten.

Am anderen Ende der Palette steht der Cargo Rail Heavy Duty mit RoRo-"Strong"-Ausstattung. Laut Produktmanager Philipp Birkle "ein echtes Stahlschwein". Aufgrund spezieller Kundenspezifikation von CldN-Cargo und entsprechend üppiger Verstärkungen wiegt er 7,3 statt der üblichen 6,4 Tonnen. Der Sattelplattenbereich wurde von acht auf zehn Millimeter verstärkt. Dazu kommen extra Anbindungen in den Längsträgern und Zusatz-Diagonalaussteifungen in die Ecken sowie diebstahlsicher vernietete Rückleuchten. Und am Heck sollen das "Stahlschwein" zwei Zwölf-Tonnen-Ösen selbst bei schwerster See sicher an Bord halten.

Das Wechselbrückenprogramm entwickelte Kögel mit einem komplett neuen Tandemachser und einer Swap-Mega-Brücke mit geteiltem Endspriegel weiter. Letzterer verfügt am Heck statt der Portaltüren über eine Wurfplane. Beim Öffnen des Planenportals wird automatisch ein Mechanismus im Over-CenterSpanngurt ausgelöst, sodass sich der Endspriegel anheben lässt. Der Fahrer kann so ohne umständliches Hantieren heckseitig beund entladen. Außerdem spart die Wurfplane das Öffnen und Schließen der Türen, wenn das Dach bedient wird.

JETZT AUCH BEI KÖGEL: EINE EIGENE TRAILERACHSE

Und last but not least hat jetzt auch Kögel die eigene "KTA"-Achse serienreif, die sich gegenüber anderen Fabrikaten vor allem durch das Gummi-Metalllager auszeichnet, das sich aus- und einpressen lässt. Laut Kögel soll es haltbarer sein als seitliche Verschleißscheiben, die andere Hersteller einsetzen. Es soll sowohl Längs- als auch Querkräfte an der Schnittstelle von Konsole und Lenker aufnehmen. Der besteht aus Federstahl und soll zusammen mit dem weichen Lager bessere Fahreigenschaften bringen. Geplant ist, dass bis Ende 2017 zehn Prozent aller Kögel-Trailer auf KTA rollen. Man startet mit den 22,5-Zöllern und großer 430er-Bremse.

Ulrich Humbaur dürfte sich freuen, dass er in guten Zeiten wie diesen endlich guten Gewissens investieren kann. Denn nichts scheint dem rührigen Schwaben schwerer zu fallen als Geduld - in der musste er sich sieben lange Jahre üben!

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