IAA Nutzfahrzeuge 2016: Digitale Leichtigkeit im Trailer

Krone geht in die Zukunft. Alle Trailerdaten sollen künftig per App verfügbar sein
© Foto: Gregor Soller

Auch die Trailer wurden unter dem Stichwort "Digitalisierung" optimiert. Neues gab es auch hardwareseitig; meist zum Nutzen des Fahrers.


Datum:
02.10.2016
Autor:
Gregor Soller

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Die Digitalisierung hat die Anhänger- und Aufbaubranche erreicht - allerdings in unterschiedlichem Ausmaß.

So sind Krone und Schmitz- Cargobull beim Rio-Projekt involviert, das VW federführend aufsetzte. Die Idee: Alle Warnhinweise und Daten über Truck und Trailer sollen mit einer einzigen App abgerufen werden können. Legt man sich die auf das Display im Lkw, ist der Fahrer jederzeit vollumfänglich über alles informiert. Was aber auch für die Dispo und den Chef gilt. Einerseits erleichtert das die Tourenplanung und eventuelle Probleme können sofort erkannt, zugeordnet und im Idealfall behoben werden. Andererseits kann der Chef seinen Fahrern jeden Fehler unter die Nase reiben.

DER ANHALTENDE KAMPF ZWISCHEN BLAU UND ROT

Trotzdem: Fast alle Verbesserungen erleichtern die Arbeit oder helfen Sprit und Kosten zu sparen. So erkennen bei Krone beispielsweise zwei Kameras am Trailerheck freie Palettenplätze, was die Besucher auf der Messe testen konnten: Je weiter sie sich im Auflieger nach vorn bewegten, desto mehr Palettenplätze wurden als "frei" erkannt. Außerdem präsentierte Krone das neue Containerchassis "Box Liner SDC 27 eLTU70", das 500 bis 900 Kilo leichter bauen soll als der Vorgänger.

Bei den Chassis fiel auch Dennisons neuer Rise-'n'-Slide-Gleiter auf. Der kann mittig gefahrene 20-Fuß-Container heckbündig an die Rampe stellen ohne Pneumatik oder Hydraulik: Aussteigen, Entriegeln, Zusammenschieben und damit gleitet die Box an die Laderampe. Anschließend zieht man wieder bis zum Rastpunkt vor, verriegelt und kann mit dem jetzt wieder mittig stehenden Container starten.

Schmitz-Cargobull optimierte vor allem Kipper und Kühler. Bei Letzterem sank der k-Wert der Isolation auf 0,33, was übers Jahr bis zu 1100 Liter Diesel sparen soll. Bessere Isolation heißt weniger Tanken, doch positiver auffallen dürfte den Fahrern, dass das eigene Kühlaggregat umfangreich optimiert und besser gedämmt wurde. Die Kipper können ab jetzt, nach Abschluss der Testphase, per App bedient werden.

APP-BASIERTE STEUERUNG UND NEUE ALLESKÖNNER

Ihre isolierten Asphaltmulden verbesserten auch Kempf und Reisch. Reisch speckte dabei gleich knapp 400 Kilo ab, während Kempf die Isolierung am SKM 35/3 SRi "inhaltlich" und optisch verbesserte. Kögel stieg als einer der Letzten in dieses Segment ein und optimierte zudem den Ultra Light-Curtainsider auf unter fünf Tonnen. "Erfahren" sollten Profis die neue Kögel-Trailerachse, die dank ihrer Anbindung das Fahrverhalten verbessern soll.

Neues Leichtes auch bei Schwarzmüller, wo die Ultra-Light-Plateausattel bei 4850 Kilo starten. Auf der Messe stand ein Alleskönner: ein Ultra-Light-Coil, der auch Papier kann, wenn die Mulde mit den kohlefaserverstärkten Segmenten geschlossen ist. Ein ausziehbarer Tieflader, der gegenüber der Urversion der letzten IAA weiter Richtung Serie optimiert wurde, und eine neue gewichtsoptimierte Kastenmulde rundeten das Programm ab.

Eine kleine Renaissance erlebt der Doppelstockinnenlader: Langendorf zeigte ihn erstmals als Kühler und Burgers stellte eine neue Version vor. Meusburger präsentierte neben diversen auf- und ausklappbaren Spezialisten ebenfalls einen Innenlader für den Staplertransport, außerdem einen kompakten Dreiachstieflader für Betonverschalungen, der wegen seines einfachen Handlings bei Unternehmern und Fahrern sehr beliebt ist. Faymonville brachte den Combi Max mit der neuen kompakten Pendelachse nach Hannover mit. Die TII-Gruppe konterte mit der neuen Euro-Axle-Serie, die über eine leichte und wartungsfreie Einzelradaufhängng verfügt, während Nooteboom erstmals eine Bambusmischung als Tiefladerbodenbelag vorstellte, die leichter und fester sein soll als das übliche Hartholz.

SINKT DER SCHWERPUNKT, SPÜREN PROFIS DAS SOFORT

Kässbohrer präsentierte erstmals den mit Hoyer entwickelten Sicherheitsbitumentanker und entwickelte eine eigene, vielfach einsetzbare Platine zur Datenverarbeitung, womit man der weiteren Digitalisierung Rechnung trägt. Spitzer erweiterte das Programm um zahlreiche Varianten für den Entsorgungsbereich, darunter einen kippbaren Glasfasertank für den Gülletransport.

Meiller zeigte seinen neuen Abroller RL 18, der sich dank nur 190 Millimeter flachem Rahmen spürbar besser fahren soll als der Vorgänger, und einen neuen, gewichtsoptimierten, ab 5200 Kilo startenden Kippsattel sowie eine Diagnose-App.

Womit auch Meiller die "Leichtigkeit des Seins" zelebriert - in der Hoffnung, dass das durch die Digitalisierung eines Tages nicht völlig abhandenkommen wird.

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